APA-Protest gegen Folder der Jungen ÖVP

16. Oktober 2002, 13:27
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Foto erwecke den Eindruck, dass ein APA-Redakteur im Team Schüssels mitarbeitet - ÖVP bedauert Fehler

Die Chefredaktion der APA - Austria Presse Agentur protestiert gegen einen von der Jungen ÖVP (JVP) verbreiteten Wahlfolder. Dieser beinhaltet ein Foto, das den Eindruck erweckt, ein APA-Redakteur arbeite im Team von ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel mit. Chefredakteur Wolfgang Mayr hat heute, Mittwoch, umgehend in der ÖVP-Zentrale die Forderung deponiert, diesen Folder zurückzuziehen. Darüber hinaus verlangte er eine öffentliche Klarstellung.

"Wir lassen uns nicht vereinnahmen"

"Wir lassen uns parteipolitisch nicht vereinnahmen", so Mayr. "Die APA ist eine unabhängige Nachrichtenagentur, die nach den Grundsätzen von Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Ausgewogenheit sowie unter Vermeidung jeglicher Einseitigkeit und Parteinahme agiert. Wir halten Äquidistanz zu allen politischen Gruppen."

Das Foto ist am vergangenen Samstagabend während eines APA-Interviews mit Schüssel am Rande des Bundeskongresses der JVP in Krems entstanden. Zu sehen ist - zwischen Schüssel und JVP-Chefin Sylvia Fuhrmann - der stellvertretende Ressort-Leiter der APA-Innenpolitik, Wolfgang Sablatnig, der das Interview gemeinsam mit Ressort-Leiter Leopold Mayr geführt hatte. Der Folder wurde am Mittwoch bei einer Schüssel-Pressekonferenz vorgestellt.

ÖVP bedauert Fehler

Die Junge ÖVP (JVP) und das Generalsekretariat der ÖVP haben umgehend den Fehler bedauert und sich entschuldigt: "Wir bedauern, dass im Folder-Entwurf, den die Junge Volkspartei heute bei der Präsentation ihres Tour-Busses in geringer Stückzahl an die Medienvertreter ausgeteilt hat, versehentlich auf einem Bild mit dem Bundeskanzler auch ein Mitarbeiter der APA zu sehen ist, bei dem wir uns dafür entschuldigen", so JVP-Chefin Silvia Fuhrmann und ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat am Mittwoch in einer Aussendung.

Die für die Präsentation verwendete Farbkopie vom Layout-Entwurf sei noch nicht der Produktion und damit auch nicht der Verteilung im Wahlkampf zugeführt worden. "Wir werden daher den Fehler umgehend korrigieren", so Fuhrmann. (APA)

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