16. Oktober 2002, 12:01
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ots / KI OTS16078 16-10-02 11:11:16

-------------------------------------------------------------------------------- Kultur; Kunst; Museen; Malerei

Klimt-Dame als Leihgabe im Leopold Museum

Wien (OTS) - Das Leopold Museum stellt drei frühe Landschaften Gustav Klimts Stiller Weiher, 1899, Der Attersee, 1901 und Große Pappel bei aufziehendem Gewitter, 1903 der Österreichischen Galerie Belvedere für die Ausstellung Gustav Klimt Landschaften als Leihgabe zur Verfügung. Im Austausch erhält das Leopold Museum vom 16. Oktober 2002 bis 30. März 2003 für seinen eigenen Klimt-Saal eines der schönsten frühen Frauenportraits Klimts: das Bildnis Sonja Knips, 1898. Die Präsentation im unmittelbaren Umfeld der Frauenportraits des Künstlers Richard Gerstl wie z.Bsp. der Pianistin Henrika Cohn, 1908 oder Schönbergs erster Frau Mathilde Schönberg im Garten, 1908, ermöglicht einen neuen kunsthistorischen Blick auf das Schaffen der beiden Jahrhundertwende-Künstler.

Das Bildnis Sonja Knips aus dem Jahr 1898 gilt aufgrund der Lebensgröße der Darstellung und der Verwendung des für die Secessionskunst typisch quadratischen Formats als Beginn von Klimts neuartigem Porträtstil. Das Porträt fand rasch nationale und internationale Anerkennung und machte Klimt zu einem gefeierten Porträtmaler von Damen aus dem Kreis der wohlhabenden Freunde und Förderer der Wiener Avantgarde.

Das Bild zeigt die 25-jährige, frontal aus dem Bild blickende Sophie Amalia Maria Knips, geborene Freifrau Potier des Echelles, die zwei Jahre vor Entstehen des Bildes den Großindustriellen Anton Knips geheiratet hatte. Von einer Diagonale in zwei formal stark kontrastierende Bereiche unterteilt, weist das Gemälde einen starken Kontrast von Hell-Dunkel, Vorder- und Hintergrund auf, die rechte Bildhälfte steht im krassen Wechsel mit leeren Bildpartien auf der linken Seite. Akribisch ausgeführte Partien wechseln in der Wiedergabe dieser Momentaufnahme mit flüchtig hingeworfenen.

Neben den formalen Aspekten gehen auch sämtliche andere Bilddetails auf Gustav Klimt zurück - so suchte der Künstler nach Aussagen Sonja Knips auch ihr Kleid aus. Das Hinzufügen des Skizzenbuchs von Klimt, das die Dargestellte in ihrer Rechten hält, bildet einen notwendigen farblichen Kontrapunkt und stellt die künstlerische Lösung eines koloristischen Problems dar.

Neben Gustav Klimt, von dem sie weitere Gemälde besaß, erteilte Sonja Knips wiederholt Aufträge an den Architekten und Mitbegründer der Wiener Werkstätte Josef Hoffmann, von dem sie sich ihre Stadtwohnung in der Gumpendorferstrasse 15 gestalten ließ (1903), weiters einen Landsitz in Seeboden am Millstättersee, (1903), das Familiengrab in Wien-Hietzing (1919) und die sogenannte Villa Knips in der Nusswaldgasse 2 im 19. Wiener Bezirk (1924/25).

Sonja Knips gehörte zu jenem Kreis aufgeschlossener Mäzene der Wiener Kunst um 1900, die die neuen modernen Strömungen - wie der Secession oder der Wiener Werkstätte - durch ihre Aufträge forcierten.

Rückfragehinweis: Leopold Museum, Ute Weber Öffentlichkeitsarbeit Tel. (01) 52570-1507 mailto:ute.weber@leopoldmuseum.org

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