USA warnte Indonesien einen Tag vor Explosion vor Anschlägen

16. Oktober 2002, 11:59
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Attentat sehr sorgfältig geplant

Washington/Kuta - Die USA haben Indonesien einem Pressebericht zufolge einen Tag vor dem verheerenden Bombenanschlag auf Bali am Samstag vor möglichen Angriffen der islamistischen El-Kaida-Organisation gewarnt. Der US-Botschafter in Jakarta, Ralph C. Boyce, habe der indonesischen Präsidentin Megawati Sukarnoputri am Vortag der Explosion ein Ultimatum gestellt, berichtete die "New York Times" in ihrer Mittwochausgabe. Jakarta müsse bis zum 24. Oktober Aktionen gegen mögliche Terroristen ergriffen haben, andernfalls werde er zurückberufen.

Ein angeblicher Statthalter des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden in Indonesien soll einem Bericht des "stern" (Donnerstagausgabe) zufolge den US-Ermittlern bereits gut vier Wochen vor dem Anschlag auf Bali gestanden haben, dass seine Organisation verheerende Angriffe mit Autobomben plane. Der 31-jährige Omar el Faruk sei Anfang Juni in einer Moschee im indonesischen Bogor verhaftet und an die USA ausgeliefert worden. Der US-Geheimdienst CIA habe seine Warnungen an die indonesische Regierung weitergeleitet, berichtete der "Stern".

Die Urheber des Bombenanschlags von Bali planten einem weiteren Pressebericht zufolge ihre Attacken sehr sorgfältig, um möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen. So hätten die Attentäter vor der eigentlichen Detonation eine kleine Bombe hochgehen lassen, um die Menschen auf die Straßen laufen zu lassen, zitierte die lokale Tageszeitung "Koran Tempo" (Mittwochausgabe) das Ermittlerteam. Die eigentliche Explosion sei von Plastiksprengstoff vom Typ C4 sowie mit Gas gefüllten Zylindern ausgelöst worden. Die bis zu acht Attentäter hätten die Sprengsätze vermutlich per Fernbedienung hochgehen lassen, berichtete die Zeitung. Der Polizeichef von Bali, Budi Setiawan, bestätigte den Bericht indirekt. (APA)

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