815 Millionen Menschen leiden an Hunger

16. Oktober 2002, 10:50
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Alle sieben Sekunden stirbt ein Kind an Hunger, alle vier Sekunden verliert ein Mensch sein Augenlicht wegen Mangels an Vitamin A

Genf - Alle sieben Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger, alle vier Sekunden verliert ein Mensch sein Augenlicht wegen Mangels an Vitamin A. Weltweit leiden mehr als 815 Millionen Menschen an Hunger und chronischer Unterernährung. Das erklärte der UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler aus Anlass des an diesem Mittwoch stattfindenden Welternährungstages in Genf.

Auf dem Welternährungsgipfel 1996 hatten sich 186 Staaten vorgenommen, die Zahl der Hungernden bis 2015 von damals 841 Millionen Menschen um die Hälfte zu reduzieren. Beim jetzigen Rhythmus werde es aber länger als bis 2040 dauern, um dieses Ziel zu erreichen, sagte der Schweizer Sonderberichterstatter. Der Hunger werde von Menschen verursacht. Der Planet könnte seinen Angaben zufolge heute zwölf Milliarden Menschen ernähren.

Der Zugang zu Land sei ein grundlegendes Element des Rechts auf Nahrung, schrieb Ziegler in einem Bericht, den er im November der UN-Vollversammlung vorlegen will. Das Recht auf Nahrung müsse gegenüber dem Handel Priorität haben. Die Agrarverhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) müssten gewährleisten, dass das Recht auf Nahrung respektiert werde.

Kaum Fortschritte

Im Kampf gegen den weltweiten Hunger werden kaum Fortschritte erzielt, konstatiert auch die Welternährungsorganisation FAO. Das Ziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren, sei in weite Ferne gerückt, folgerte die FAO am Dienstag bei der Vorstellung ihres jährlichen Hungerberichts in London. (APA)

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