El-Kaida-Terrorist soll Anschlagspläne in Asien gestanden haben

16. Oktober 2002, 09:56
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Laut "stern" rund vier Wochen vor Attentaten auf Bali

Hamburg - Rund vier Wochen vor den Terroranschlägen auf Bali hat der mutmaßliche indonesische Statthalter Osama bin Ladens, Omar El Faruk, nach Informationen der Hamburger Illustrierten "stern" geplante Angriffe seiner Organisation mit Autobomben gestanden. Das Magazin berichtete am Mittwoch im Voraus, der 31-jährige El Faruk habe am 9. September nach monatelangen Verhören erklärt, er habe von den El-Kaida-Führern Abu Subaydah und Ibn El Scheich El Libi den Auftrag bekommen, "Anschläge gegen US-Interessen" in mehreren südostasiatischen Ländern zu organisieren.

Dazu gehörten insbesondere Attentate mit Auto- oder Lastwagen-Bomben gegen US-Botschaften in der Region, schreibt der "Stern". Laut El Faruk hätten Ersatzmänner bereitgestanden, um die Aktionen trotz seiner Gefangennahme wie geplant auszuführen. El Faruk war am 5. Juni von Agenten der indonesischen Regierung in einer Moschee bei Bogor verhaftet und drei Tage später an die USA ausgeliefert worden. Diese brachten ihn nach Afghanistan, wo er monatelang verhört wurde. Nach Angaben des Magazins gestand der 31-Jährige, der enge Kontakte zur militanten islamischen Gruppe Jemaah Islamiyah gepflegt habe, daneben, für die so genannten Weihnachtsattentate verantwortlich zu sein, bei denen am 24. Dezember 2000 bei mehreren Anschlägen gegen christliche Kirchen 18 Menschen getötet wurden.

Laut "Stern" gab der US-Geheimdienst CIA die Terrorwarnung auch an die indonesische Regierung weiter. Der US-Botschafter in Jakarta, Ralph Boyce, habe die Warnungen vor den angedrohten Anschlägen aber eingestellt, nachdem seine Hinweise als anti-indonesisch und anti-islamisch kritisiert worden seien. (APA/AP)

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