Teuerungsrate im Sinkflug

18. Oktober 2002, 09:57
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Nach einem Anstieg im Vormonat bremste sich die Inflationsrate im September auf 1,6 Prozent ein

Wien - Nach einem Anstieg der Inflation auf 1,9 Prozent im August ist die Teuerungsrate in Österreich im September wieder auf 1,6 Prozent im Jahresabstand zurückgegangen. In diesem Ausmaß hatten die Preise auch im Juli zugelegt, nach 1,7 Prozent im Juni.

Aufgrund der September-Inflationsrate (von 1,6 Prozent), mit der nun drei Viertel der Monatswerte von 2002 vorliegen, geht die Statistik Austria für das Gesamtjahr von einem durchschnittlichen VPI-Anstieg zwischen 1,7 und 1,9 Prozent aus. Der für die Währungsunion zu berechnende Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) werde zwischen 1,6 und 1,8 Prozent zu liegen kommen, so die Statistik Austria am Mittwoch in einer Aussendung.

Preisdämpfer Telefonie

Gegenüber dem September des Vorjahres preisdämpfend wirkten diesmal - wie schon in den vergangenen Monaten - die Nachrichtenübermittlung und die Gesundheitspflege ( je -0,9 Prozent), zum Beispiel Telefon Festnetz -2 Prozent, Mobiltelefon Gesprächsgebühr -4 Prozent. Mit einem Fünftel trugen nach Angaben der Statistik Austria "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (+3,4 Prozent) zur Inflationsrate bei, mit einem Sechstel Freizeit und Kultur (+2,2 Prozent).

Auf den Plätzen drei und vier lagen im September im Jahresabstand mit je einem Sechstel Inflationsbeitrag Restaurants und Hotels (+3,4 Prozent) und Erziehung und Unterricht (+28,1 Prozent). Durch die Einführung der Studiengebühr im Oktober 2001 ist diese bei Erziehung und Unterricht nur noch in diesem Monat indexwirksam. Daher ist ab nächstem Monat ein deutlicher Rückgang dieses Inflationsbeitrags zu erwarten.

Kfz-Versicherungen zogen an

Markante Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr gab es bei Kfz-Versicherungen (+4 Prozent), bei Pauschalreisen (+6,1 Prozent; Flugpauschalreisen +6 Prozent, Städteflug +10 Prozent) und bei Freizeit- und Kulturdienstleistungen (2,6 Prozent; Ausstellung/Museum +5 Prozent, Touristische Attraktionen +7 Prozent, Seilbahnen und Lifte +5 Prozent und Fußballsitzplatz +11 Prozent). Auch bei Restaurants, Cafes (+3,2 Prozent) gab es gegenüber dem Vorjahr Preissteigerungen um 4 Prozent sowohl bei Essen im Restaurant/Gasthaus als auch bei Getränken im Restaurant/Gasthaus (Bier +3 Prozent, Apfelsaft +6 Prozent, Spezialitätenrestaurant +4 Prozent).

Im Monatsabstand die größten Preissteigerungen registrierte die Statistik Austria im September bei Bekleidung und Schuhen (+4,9 Prozent), Wohnung, Wasser und Energie (+0,2 Prozent) sowie Erziehung und Unterricht (+2,6 Prozent). Mit dem Ende des Ausverkaufs erhöhten sich die Preise für Bekleidungsartikel um durchschnittlich 6 Prozent, Damenbekleidung um 8 Prozent (Damenhose +9 Prozent, Damenjacke +13 Prozent und Damenrock +16 Prozent) und Herrenbekleidung um 5 Prozent (Herrenjacke +14 Prozent). Auch bei Schuhen (+1 Prozent) kam es zu leichten Preissteigerungen (Kinderhalbschuhe +5 Prozent, Damenstiefel +5 Prozent, Herrenhalbschuhe +1 Prozent).

Immobilien mit deutlichen Anstiegen

Die Ausgaben für Eigentumswohnungen (+1 Prozent) und die Wohnungsmieten (+1 Prozent) stiegen im September gegenüber dem Vormonat August ebenfalls leicht an. Im Bereich Erziehung und Unterricht kam es zu Schulbeginn zu Preissteigerungen bei Kindergärten und Volksschulen (+3,0 Prozent; Kindergartengebühr +3 Prozent, Volkschule, Halbinternat +4 Prozent), sowie in der Erwachsenenbildung (+5,3 Prozent).

Preissenkungen gegenüber dem Vormonat August gab es bei Waren und Dienstleistungen aus den Bereichen Freizeit und Kultur (-1,8 Prozent), Verkehr (-0,9 Prozent) und Restaurants und Hotels (-1,7 Prozent). Mit Ende der Hauptreisezeit kam es zu Preisnachlässen bei Pauschalreisen (-6,6 Prozent; Flugpauschalreisen -12 Prozent, Flugreisen -7 Prozent, Flugtickets -16 Prozent) und bei Beherbergungsdienstleistungen (-12,2 Prozent; Hotel alle Kategorien -4 Prozent, Übernachtung im Ausland/Appartement -29 Prozent).

Der VPI (2000=100) betrug nach Angaben der Statistik Austria im September ebenso wie im Monat davor 104,8 - der HVPI (1996=100) gab auf 108,9 (109,0) nach. Der Index ohne Saisonwaren verringerte sich im Monatsabstand um 0,1 Prozent auf 104,8 (104,9) Punkte, im Jahresabstand legte er um 1,6 Prozent zu. Der Saisonwarenindex erhöhte sich im Monatsabstand kräftig um 1,5 Prozent auf 101,5 (100,0), im Jahresabstand stieg er um 0,3 Prozent. Der Index für den privaten Pkw-Verkehr stieg im Monatsvergleich um 0,2 Prozent auf 104,2 (104,0) und im Jahresabstand um 1,3 Prozent. (APA)

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    grafik: derstandard.at
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