Conti will Reifenproduktion in Osteuropa zügig erhöhen

16. Oktober 2002, 09:20
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Weitere Werksschließungen in Westeuropa möglich

Moskau/Otrokovice - Der Reifenkonzern Continental will seine Produktion in Osteuropa wegen der dort niedrigeren Lohnkosten zügig ausbauen. Im Gegenzug seien aber in Westeuropa in den nächsten Jahren weitere Werksschließungen möglich, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Dienstagabend vor Journalisten in Moskau.

Der Anteil der Pkw-Reifenproduktion an Niedriglohnstandorten bei Conti werde in diesem Jahr die bisherige Zielmarke von 50 Prozent fast erreichen und solle aber weiter steigen. Auch 60, 70 oder mehr Prozent seien denkbar. Neben dem Ausbau der bisherigen Werke im rumänischen Timisoara und im tschechischen Otrokovice ist nach Conti-Angaben auch ein weiteres neues Werk an einem noch günstigeren Standort in Planung.

Dies könne Konsequenzen für die vier teureren Standorte in Deutschland und Frankreich haben, die sich jetzt um weitere Kostensenkungen bemühen müssten, sagte Wennemer. Im vorigen Jahr hatte Conti bereits fünf Werke in Deutschland, Schweden, Belgien, und Mexiko geschlossen, heuer folgte das traditionelle Semperit-Reifenwerk in Traiskirchen (Niederösterreich).

Der Conti-Chef geht davon aus, dass der Pkw-Reifenmarkt in Europa wie auch in den USA jährlich weiterhin um zwei bis drei Prozent wächst, während Conti wie bisher stärker zulegen und damit Marktanteile gewinnen wolle. (APA/Reuters)

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