Austria Tabak freut die Mutter

16. Oktober 2002, 18:36
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Guter Ergebnisbeitrag - Gallaher-Mann Nigel Simon wurde Vorstandschef

Wien - Bei der Austria Tabak AG (AT) wechselt ab kommendem Jahr die Führung: Der Brite Nigel Simon (46) wird Nachfolger von AT-Generaldirektor und Vorstandsvorsitzendem Heinz Schiendl (59). Rudolf Wagner (59) wird als CFO weiter die Finanzagenden betreuen. Damit verkleinert sich, wie in einem Teil der Mittwoch-Ausgabe des STANDARD berichtet, der Vorstand der 100-Prozent-Tochter der britischen Gallaher-Gruppe von drei auf zwei Personen. Simon war der Übernahmemanager für Gallaher in Sachen AT.

"Es entspricht meiner Lebensplanung, nach 40 Berufsjahren in das Privatleben zu wechseln", sagte Schiendl, der dem Unternehmen weder als Konsulent noch als Aufsichtsrat zur Verfügung stehen wird. Er hatte seinen Rücktritt bereits im Vorjahr angekündigt - und einen Weingarten im Südburgenland erworben. In seine Vorstandszeit fiel die Börsenperiode der AT, die nach der Gallaher-Übernahme 2001 mit einem Kursplus der Aktie von 132 Prozent endete.

Bekennender Nichtraucher

Gallaher habe ihre bei der Übernahme abgegebenen Versprechen gehalten, erinnert der neue AT-Chef Simon, ein bekennender Nichtraucher: Das Beschäftigtenstand der AT sei um 100 neue Mitarbeiter (auf 600 in der Produktion, 1300 im Gesamtkonzern) aufgestockt worden. Die Produktion von American-Blend-Zigaretten wurde aus Großbritannien nach Österreich verlagert, ebenso Produktionsvolumen nach der Schließung des Werks in Malmö.

Mit dem Ergebnisbeitrag zeigt sich die britisch-irische Mutter zufrieden: Die AT hat im ersten Halbjahr rund 72 Mio. Pfund (114,1 Mio. Euro) an Gallaher abgeliefert und stellt ein Drittel des Betriebserfolges. Zufrieden können die Eigentümer auch mit der Aufstellung ihrer Österreich-Tochter sein: Die AT dominiert fast den ganzen heimischen Zigarettenmarkt von 15 Mrd. Stück pro Jahr für rund zwei Mio. Raucher. Exportiert wird mit 19 Mrd. Stück noch wesentlich mehr.

Platzhirsch

Von rund 57 Mio. im Inland abgesetzten Zigarren gehört das Gros ebenfalls der AT. Produziert wird im nun gut laufenden Fürstenfeld. Dass Swedish Match, von der die AT 1999 das Zigarettengeschäft um 450 Mio. EURO gekauft hatte, nun mit einem eigenen Zigarrenvertrieb in Österreich startet, regt Robert Lachner, den Chef der AT-Großhandelstochter Tobaccoland, nicht auf: Die AT habe in diesem Bereich bereits sieben Mitbewerber, die hauptsächlich die rund 500 Spezialtrafiken versorgen. "Jetzt kommt eben ein achter." (kbau, DER STANDARD, Printausgabe 17.10.2002)

  • Nigel Simon, designierter AT-Generaldirektor und bekennender Nichtraucher.
    foto: der standard/cremer

    Nigel Simon, designierter AT-Generaldirektor und bekennender Nichtraucher.

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