12,5 Milliarden - von RAU

15. Oktober 2002, 18:39
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Der Oesterreichischen Nationalbank gehen 12,5 Milliarden Öschis ab. 8,5 Milliarden Schilling in Banknoten, vier Milliarden in Münzen. Wo sind die? Wer hat sie? Der Euro ist seit einem Dreivierteljahr eingeführt, bis Ende März konnte bei den Banken kostenlos umgetauscht werden, bei der Nationalbank nach wie vor - aber 12,5 Milliarden Schilling haben noch nicht heimgefunden. So viele Münzen können doch nicht in vergessenen Kaugummiautomaten am Bahnhof Absdorf-Hippersdorf liegen geblieben sein. Andererseits: Wenn jeder der acht Millionen Österreicher tausend Schilling irgendwo in alten Sakkos oder im Gurkenglas herumliegen hat . . . - reicht auch nicht. Gibt es so viele Sturschädel, die einfach nur warten wollen, bis der gute alte Schilling wiederkommt? Oder vergessliche ältere Herrschaften mit dem Schatz unter der Matratze? Versteckte Beute aus Raubüberfällen, an die die Täter im Moment leider nicht herankönnen? Im Ausland sei viel, mutmaßt die Nationalbank. Im Koffer im Schweizer Safe? Oder unter einer Matratze in Banja Luka? Alles keine befriedigenden Erklärungen.

Bleibt nur der Schluss, dass der Österreicher irgendwie ein schlampertes Verhältnis zum Geld hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.10.2002)

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