Helsinki strenger als Stockholm

15. Oktober 2002, 18:13
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Schweden wendet das Konzept des "sicheren Dritt- und Herkunftsstaats" nicht an

Stockholm/Helsinki - Schwedens größte Sorge sind die Russen. Um über 50 Prozent ist die Zahl der Asylanträge bis August im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, die Mehrzahl der Bewerber kommt aus Russland. Doch obwohl in Schwedens Wahlkampf im September die Flüchtlingsdebatte am Ende doch noch hochkochte und erste Vorschläge zur Verschärfung der liberalen Regelungen kamen, werden zurzeit keine konkreten Gesetze diskutiert. Nur speziell das "Russenproblem" geht die Regierung an: Sie drängt die EU-Kommission, rasch ein Rücknahmeabkommen mit Moskau zu schließen.

Anders als Schweden kennt Finnland das Konzept des sicheren Dritt- und Herkunftsstaats. Anträge aus solchen Ländern gelten als offensichtlich unbegründet, sie werden in einem beschleunigten Verfahren bearbeitet. Acht Tage nach dem Ablehnungbescheid können die Bewerber abgeschoben werden. (jwo/DER STANDARD, Printausgabe, 16.10.2002)

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