USA und Israel koordinieren ihre Vorgangsweise bei Irak-Krieg

17. Oktober 2002, 15:10
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Sharon über Gespräch mit Bush befriedigt - Sprecher: Kein Druck Washingtons

Washington/Jerusalem/Ramallah - Die USA haben nach israelischen Angaben zugesagt, Israel von einem Angriff auf den Irak mehr als zwei Tage im Voraus zu informieren. Auf diese Weise könne sich das Land rechtzeitig gegen mögliche Vergeltungsschläge Bagdads wappnen, sagte am Mittwoch (Ortszeit) ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter nach dem Treffen von Ministerpräsident Ariel Sharon mit US-Präsident George W. Bush in Washington. Sharon zeigte sich befriedigt über den Verlauf des Gesprächs. Bush sagte, er sei sicher, dass Sharon Vergeltung übe, wenn der Irak Israel angreifen sollte. Beim Golfkrieg 1991 hatte Bushs Vater, US-Präsident George Bush, Israel zur Zurückhaltung gedrängt. Der damalige israelische Premier Yitzhak Shamir war dieser Bitte nachgekommen.

Nach Angaben des israelischen Regierungsvertreters haben die USA zudem zugesagt, alles zu unternehmen, um irakische Angriffe auf Israel zu verhindern. 1991 hatte der Irak insgesamt 39 Scud-Raketen auf Israel abgefeuert; dabei kamen zwei Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt, es entstand hoher Sachschaden.

Bei dem Treffen mit Sharon hat Bush dem israelischen Staat ausdrücklich das Recht auf Selbstverteidigung zugebilligt. Die Regierung habe das Recht, ihr Land gegen Angriffe Bagdads, aber auch gegen Anschläge radikaler Palästinensergruppen zu verteidigen, sagte Bush nach der Unterredung. Nach Angaben von Sharons Sprecher Raanan Gissin übten "die Amerikaner keinerlei Druck in der Palästinenserfrage aus". Die Frage eines israelischen Truppenrückzugs aus den besetzten Gebieten sei "vertagt" worden. Bush bestätigte seinerseits, dass der US-Nahostgesandte William Burns in den kommenden Tagen in die Region zurückkehren wird. Ziel sei die Umsetzung "konkreter, wirklicher, objektiver, messbarer Reformen" der palästinensischen Autonomiebehörde, sagte Bush.

Israel hat nach amerikanischen Presseberichten den USA für den Fall eines Irak-Krieges Zurückhaltung zugesagt. Das sei aus der Umgebung des israelischen Ministerpräsidenten verlautet, berichtete die Zeitung "USA Today". Nur im Fall eines irakischen Bio- oder Chemiewaffenangriffs wolle Israel zurückschlagen.(APA/AP)

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    Israels Premier Ariel Sharon bei seiner Ankunft auf der Andrews Air Force Base in Maryland

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