Grenzüberschreitende Frauensolidarität

15. Oktober 2002, 14:52
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Zum Internationalen Landfrauentag waren Frauen aus Burkina Faso zu Besuch im NÖ-Frauenreferat

St.Pölten - Am Dienstag (15.10.) ist internationaler Landfrauentag: Aus diesem Grund lud das niederösterreichische Frauenreferat, das auch sein zehnjähriges Bestehen feiert, Frauen aus Burkina Faso zum Erfahrungsaustausch ins St.Pöltner Festspielhaus ein. Der Landfrauentag wurde von Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop eröffnet. Die UN-Sonderbotschafterin und Autorin des Romans "Wüstenblume", Waris Dirie, musste ihr Kommen aus privaten Gründen absagen.

Frauensolidarität jenseits politischer Ideologien

"Gegenseitige Hilfe und Solidarität unter den Frauen sollte fernab der Konfession oder politischen Meinung ein Gebot der Stunde sein", erklärte Landesrätin Christa Kranzl. Frauen hätten sich auch in Europa ihre Rechte hart erkämpfen müssen. Der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" sei immer noch nicht selbstverständlich. Das niederösterreichische Frauenreferat habe in den vergangenen zehn Jahren viel für die Anliegen der Frauen getan.

Frauenarmut

"500 Millionen Frauen leben weltweit unter der Armutsgrenze", betonte Landeshauptmannstellvertreterin Prokop. Ausbildungs- und Förderprogramme seien deshalb nach wie vor besonders wichtig. Einrichtungen wie das Frauenreferat würden einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftspolitischen Arbeit und zur Meinungsbildung leisten. Niederösterreich sei die Förderung bzw. Gleichbehandlung von Frauen ein großes Anliegen.

Extremes Patriarchat Burkina Faso

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Sahelzone. Über 58 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze. "Burkina Faso ist patriarchalisch organisiert. Die Frauen leiden an Arbeitsüberlastung. Sie werden hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt", berichtete Fatoumata Diallo, Soziologin aus Burkina Faso. Frauen dürften am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben wenig bis gar nicht teilnehmen. Die Frauen wollen sich aber den Männern nicht mehr unterordnen. Diallo: "Die Frauen sind ein Opfer der Intoleranz." Besonders wichtig seien Ausbildungsmöglichkeiten für junge Mädchen. (red)

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