Premiere schließt Verträge mit Hollywood-Studios

15. Oktober 2002, 15:53
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Umfangreiches Filmpaket erworben, unter anderem "Harry Potter und der Stein der Weisen"

Der angeschlagene Bezahlsender Premiere sieht in den Einigungen mit den beiden weiteren Hollywood-Studios Metro-Goldwyn-Mayer und Warner eine Bestätigung des eingeschlagenen Sanierungskurses. "Premiere hat sich nicht nur ein erstklassiges Programm gesichert, sondern die Verträge zeigen, dass Hollywood das neue Premiere positiv bewertet und unterstützt", sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Dienstag in München.

In den vergangenen Wochen sei der Bezahlsender auf seinem Weg in der Gewinnzone gut vorangekommen.

Die Vereinbarung mit dem Hollywood-Riesen Metro-Goldwyn-Mayer beinhaltet einen langfristigen Liefervertrag, der Premiere den Zugriff auf alle Kinofilme des Studios sichert. Damit werde etwa der neueste James Bond, der Ende November in die Kinos kommt, im deutschen Fernsehen zuerst beim Bezahlsender der zusammengebrochenen KirchGrupe zu sehen sein. Das beim US-Studio Warner erworbene Filmpaket enthält nach Premiere-Angaben unter anderem Rechte an Kinohits wie "Herr der Ringe - Die Gefährten" oder "Harry Potter und der Stein der Weisen". "Mit Harry Potter werden wir unsere Abonnenten zu Weihnachten verzaubern", sagte Kofler.

"Realistischere Konditionen

Ebenso wie bei den drei vorangegangenen Einigungen mit den Studios Fox, Dreamworks und Universal seien bei den Verhandlungen mit MGM und Warner "neue und realistischere Konditionen erzielt worden", sagte Kofler. "Preise, die Premiere auch erwirtschaften kann." Das bisherige Preisniveau sei kein Maßstab, weil der gesamte Markt völlig überschätzt gewesen sei. Wie hoch die Preisnachlässe ausgefallen sind, wollte Kofler jedoch nicht sagen.

Der Premiere-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass bis Jahresende ein Investor für den Bezahlsender gefunden sei. Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren verliefen "sehr ermutigend". Derzeit überprüfe etwa ein halbes Dutzend Interessenten, von denen sich bereits drei bis vier Kandidaten für eine Endrunde heraus kristallisierten, das Unternehmen.

Die Premiere-Mutter KirchPayTV hatte im Mai Insolvenzantrag gestellt. Premiere war jedoch mit Hilfe der Banken von der Pleite verschont geblieben. Da der Überbrückungskredit nur bis Ende des Herbsts reicht, muss sich Premiere bald frisches Kapital von Investoren beschaffen, um langfristig überleben zu können. (APA/dpa)

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    foto: www.mgm.com
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