Spendenappell zur Nothilfe für hungernde Kinder im Süden Afrikas

15. Oktober 2002, 14:11
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Wien - Mehr als vier Millionen Waisenkinder im südlichen Afrika sind schutzlos Hunger und Ausbeutung ausgeliefert. Dürre, Aids, extreme Armut und politische Misswirtschaft haben weite Teile der Bevölkerung in tiefe Not gestürzt, warnte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF heute, Montag, anlässlich des bevorstehenden Welternährungstages am 16. Oktober vor einer humanitären Katastrophe und rief zu Spenden auf.

Der Höhepunkt der Krise wird laut UNICEF in den nächsten Wochen erwartet, denn jetzt beginne die jahreszeitbedingte "Hungerperiode" in der Region. In Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Swasiland sei seit Mai die Zahl der Menschen, die auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, um 1,6 Millionen auf rund 14,4 Millionen gestiegen. 50 Prozent der Not Leidenden seien Kinder und Jugendliche.

Dies sei "keine normale Hungersnot," so der Koordinator für die UNICEF-Nothilfe im südlichen Afrika, Sharad Sapra. Die Nahrungsknappheit treffe eine Bevölkerung, die durch Aids massiv geschwächt sei, und Millionen Kinder wären bereits ganz auf sich allein gestellt. In Swasiland etwa, so Sapra, würden mittlerweile zwangsläufig zehn Prozent der Haushalte von Kindern geführt.

Nach Beobachtungen von UNICEF hat sich die Lage der Kinder in der Region in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert. Schätzungsweise 40 bis 60 Prozent der Kinder in den Krisenländern seien chronisch mangelernährt und hätten selbst harmlosen Krankheiten wie Masern nichts entgegenzusetzen. Die Zahl der Kinder, die einen Elternteil oder beide verloren haben, sei von 2,9 (1995) auf über 4,3 Millionen (2001) gestiegen. Viele Großeltern müssten bis zu zehn Enkel versorgen, weil deren Eltern an Aids gestorben sind. Immer häufiger seien die überlebenden Kinder auch vollkommen sich selbst überlassen. In allen Krisenländern gibt es immer mehr Kinderhaushalte.

Viele noch lebende Eltern sind laut UNICEF durch chronischen Nahrungsmangel und Aids so geschwächt, dass sie nicht mehr die Kraft haben, ihre Felder zu bestellen und für ihre Familie zu sorgen. Immer mehr Kinder gehen nicht mehr zur Schule, weil sie helfen müssten, Nahrung zu beschaffen, ihre an Aids erkrankten Eltern zu pflegen und ihre Geschwister zu versorgen. In Malawi etwa müsse bereits jedes fünfte Kind zwischen fünf und 14 Jahren jeden Tag mehr als vier Stunden arbeiten. Mädchen würden gezwungen, sich für Geld oder Nahrungsmittel zu prostituieren.

UNICEF hat deshalb zusätzlich zur den laufenden Projekten eine umfassende Nothilfeaktion im südlichen Afrika gestartet, hieß es in der Aussendung. Die Organisation unterstütze die Verteilung von Zusatznahrung in Schulen und die Versorgung akut gefährdeter Kinder in Ernährungszentren. Hinzu kämen medizinische Hilfen, Impfkampagnen und der Bau von Brunnen. Die Programme richten sich besonders an Waisenkinder und Kinderhaushalte. (APA)

UNICEF Österreich

Spendenkonto: PSK 15 16 500 "Hunger in Afrika"
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