Zwei Lazio-Fans nach Rassismus-Attacke festgenommen

15. Oktober 2002, 13:38
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Das Opfer, ein 31-jähriger Marokkaner, liegt im Koma

Rom - Zwei radikale Anhänger des italienischen Fußball-Erstligisten Lazio Rom sind nach einem Angriff auf einen Marokkaner verhaftet worden. Die beiden Männer hatten den 31-jährigen Afrikaner am Sonntagabend in Rom mit Baseballschlägern zusammengeschlagen. Das Opfer fiel ins Koma. Die 28 und 19 Jahre alten Täter müssen sich wegen versuchten Totschlags mit rassistischem Motiv verantworten. Nach zwei weiteren Mittätern wird noch gefahndet, berichtete die "La Gazzetta dello Sport" am Dienstag.

Mitglieder von "Irriducibili"

Auch die noch flüchtigen Täter sollen Mitglieder des radikalen Lazio-Fan-Clubs "Irriducibili" sein. Klub-Präsident Sergio Cragnotti verurteilte die Straftaten scharf. "Ich habe mich immer gegen Gewalt und jede Form von Rassismus gestellt", betonte Cragnotti.

Rassisten und Antisemiten

Lazio wird dennoch immer wieder der Vorwurf gemacht, zu wenig gegen seine radikalen Anhänger zu unternehmen. Die "Irriducibili" hatten in dieser Saison bereits Teile des Olympiastadions verwüstet und farbige Spieler auf dem Platz angegriffen. Vor zwei Jahren hatten sie bei einer Protestaktion gegen den Fußballverband (FIGC) Autos in Brand gesteckt und 24 Personen verletzt. Ein Jahr zuvor hatten sie im Hauptbahnhof Termini sogar einen Zug angezündet. Die schlimmste Entgleisung ereignete sich 1998, als die Lazio-Anhänger im Olympiastadion ein Spruchband mit übelsten antisemitischen Parolen zeigten.(APA)

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