Sudan: Regierung und Rebellen vereinbaren Waffenstillstand

15. Oktober 2002, 13:50
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Waffenruhe soll am Donnerstag in Kraft treten

Machakos - Die Konfliktparteien des Bürgerkriegslands Sudan haben am Dienstag in der kenianischen Stadt Machakos einem Waffenstillstandsvertrag zugestimmt. Mit einem Tag Verzögerung unterzeichneten Vertreter der Zentralregierung von Khartum und der Rebellen der "Sudanesischen Volksbefreiungsarmee" (SPLA) das landesweit geltende Abkommen, bestätigten Vermittler der regionalen Entwicklungsbehörde IGAD in Machakos.

1ß Jahre Bürgerkrieg

"Es ist das erste Mal, dass wir die Beilegung der Feindseligkeiten besiegelt haben", erklärte SPLA-Sprecher Samson Kwaje in Machakos. "Beide Parteien haben unterschrieben, so dass wir die Friedensgespräche fortsetzen können." Die Konfliktgegner des vor 19 Jahren begonnenen Bürgerkriegs hatten die Verhandlungen am Vortag nach mehrwöchiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Die bereits für Montag geplante Unterzeichnung des Abkommens hatte sich zunächst verzögert.

Khartum hatte darauf gedrungen, den Waffenstillstand nur auf den Süden des Landes zu begrenzen und nicht, wie ursprünglich geplant, auf den gesamten Staat anzuwenden. Die SPLA bestand jedoch auf dem ursprünglichen Entwurf des Abkommens.

Religionsfreiheit und Autonomie für den Süden

Im Sudan kämpft seit 1983 der moslemische Norden gegen den christlich-animistischen Süden. Rund zwei Millionen Menschen kamen dabei ums Leben. In dem Krieg geht es neben der Autonomie für den Süden vor allem um die Verteilung der Öleinnahmen. Die Quellen liegen im Südsudan, werden jedoch von Khartum kontrolliert.

Im Juli hatten sich beide Parteien auf ein Teilabkommen geeinigt, das dem Süden Religionsfreiheit und ein Referendum über die Autonomie zusagt. Khartum brach die im vergangenen Jahr angelaufenen Friedensverhandlungen jedoch Anfang September ab, nachdem die Guerillas die strategisch wichtige Stadt Torit erobert hatten. In der Zwischenzeit nahmen die Kämpfe im Süden des Landes erneut zu. (APA/dpa)

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