Chris Gents verwegener Plan

15. Oktober 2002, 12:42
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Weil er die Vivendi-Mobilfunktochter SFR nicht bekommen kann, will der Vodafone-Chef nun den französischen Mischkonzern kaufen

Dienstag früh erlebten die Aktien des krisengeschüttelten französisch-amerikanischen Medienkonzerns Vivendi/Universal an der Pariser Börse einen Kurssprung. Der Grund: Die Tageszeitung "La Tribune" berichtete, dass der britische Mobilfunk-Weltmarktführer Vodafone die Übernahme von Vivendi/Universal plane. Vodafone-Chef Gent, heißt es in dem Bericht, habe die Geduld verloren. Seit Monaten hat er die Vivendi-Telekom-Tochter Cegetel erfolglos im Visier. Jetzt ist von einem Übernahmeangebot für die gesamte Gruppe die Rede. Gent will 16,3 Milliarden Euro, 15 Euro je Aktie, auf den Tisch legen.

Dabei, vermuten Marktbeobachter, würden wohl die Pay-TV-Gruppe Canal plus sowie weitere Medientöchter inklusive der Universal-Studios von Vodafone ebenso wie die Wasseraufbereitungsgesellschaft, Vivendi Environment, umgehend weiter veräußert werden. Vivendi würde wohl nur die Kontrolle über den Telekom-Arm des Mischkonzerns, Cegetel, das unter anderem den zweitgrößten französischen Mobilfunkanbieter SFR besitzt, behalten.

Erste Kontakte

Erste Kontakte zwischen Vodafone und den größten Vivendi/Universal-Anteilseignern, der kanadischen Bronfman-Familie, sollen positiv verlaufen sein. Sowohl Vodafone, als auch Vivendi/Universal wollten die Medienberichte bislang nicht kommentieren. (red)

  • Vodafone-Chef Chris Gent: Klotzen, nicht kleckern

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