Skandal um Verdis Aida vor den Pyramiden ...

15. Oktober 2002, 12:30
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Ägypten: Konzertagent mit Gagen der Künstler und Bühnenarbeiter verschwunden - Eine halbe Million Euro unauffindbar

Ein ägyptischer Konzertagent ist am letzten Tag der Opernaufführung Aida vor den Pyramiden von Gizeh mit dem Geld für die Künstler und Bühnenarbeiter verschwunden. Wie die Kairoer Tageszeitung "Al-Ahram" am Dienstag berichtete, waren der Agent und die insgesamt 2,5 Millionen ägyptische Pfund (knapp eine halbe Million Euro) Gage am Sonntag vor der Aufführung unauffindbar. Kulturminister Faruk Husni habe den verunsicherten Künstlern versprochen, dass sie ihre Gagen trotzdem ausgezahlt bekämen, hieß es. Erst dann waren die ausländischen Sänger bereit, erneut auf die Bühne zu gehen.

Aida im Auftrg des Ministerium

Der Konzertagent, nach dem die Polizei nun fahndet, ist der Besitzer der Firma Mizalat, die das viertägige Spektakel vor den Pyramiden in diesem Jahr im Auftrag des Ministeriums organisiert hatte. Die Oper von Giuseppe Verdi war am vergangenen Donnerstag erstmals seit drei Jahren wieder vor den Pyramiden aufgeführt worden. Schon zu Beginn hatte es bei der Produktion Probleme gegeben. Erst starb der für die Aufführungen engagierte italienische Dirigent Anton Guadagno. Dann sagte der als Ersatz ausgewählt Maestro Maurizio Arenam wenige Tage vor der Premiere aus gesundheitlichen Gründen ab, so dass schließlich der Ägypter Jasser Nader Abbas einspringen musste.

Nach dem Massaker vor dem Hatschepsut-Tempel, bei dem moslemische Extremisten 1997 in Luxor 58 ausländische Touristen getötet hatten, war die jährliche Aida-Aufführung von Oberägypten an die Pyramiden verlegt worden. Für Ausländer kosteten die Karten diesmal zwischen 150 und 400 US-Dollar. (APA/dpa)

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