Hohe Wachstumsraten mit Generika

15. Oktober 2002, 12:02
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Zwölf bis fünfzehn Prozent Steigerung jährlich - Novartis würde mit Lek-Übernahme zum Marktführer aufsteigen

Basel - Steigende Gesundheitskosten lassen in immer mehr Ländern die Nachahmer-Medikamente an Bedeutung gewinnen. Für die Generika-Hersteller verspricht der Markt hohe Wachstumsraten. Mit der angestrebten Übernahme der slowenischen Lek würde Novartis zum Marktführer aufsteigen.

Auf jährlich 12 bis 15 Prozent wird das Wachstum des Generika-Marktes von Analysten geschätzt. Da die Nachahmungen von Medikamenten mit abgelaufenem Patentschutz deutlich billiger sind als die Originale, bauen Gesetzgeber und Krankenkassen in immer mehr Ländern auf sie.

USA-Markt am interessantesten

In Westeuropa sind Generika vor allem in Deutschland (Marktanteil laut Branchenangaben von 21 Prozent), aber auch in Großbritannien (11 Prozent) und Holland (12 Prozent) verbreitet. Noch gering ist ihre Bedeutung dagegen etwa in Frankreich wie auch in der Schweiz (je etwa 3 Prozent). Auch in Südeuropa und in Japan fehlt den Generika noch weitgehend die Akzeptanz.

Den umsatzmäßig größten und interessanten Markt bilden mit einem Volumen von etwa 7,5 Mrd. Dollar (7,60 Mrd. Euro) die USA. Die Gesetzgebung gibt dort den Generika-Herstellern starke Anreize für die Lancierung von Nachahmerprodukten: So genießt etwa das erste Generika auf dem US-Markt für ein halbes Jahr Exklusivität.

Finanziell lohnenswert

Dass dies finanziell lohnenswert ist, zeigt der Fall des US- Herstellers Barr Laboratories: Mit einem Generika des Antidepressivums Prozac konnte Barr 2001/02 einen Umsatz von 367 Mill. Dollar erwirtschaften. Nach Ablauf der Exklusivität sackte der Umsatz aber ab: Im letzten Quartal des Geschäftsjahrs belief er sich auf gerade noch 5 Mill. Dollar.

Weltweiter Marktführer bei den Nachahmerprodukten ist derzeit mit einem Umsatz von umgerechnet rund 2 Mrd. Euro das israelische Unternehmen Teva, Novartis nimmt mit einem Generika-Umsatz von rund 1,6 Mrd. Euro die Nummer zwei ein. Durch zahlreiche Übernahmen konnte das Basler Unternehmen den Umsatz seit der Fusion 1996 fast verdoppeln.

Gelingt die Übernahme der slowenischen Lek, würde Novartis die Teva überholen: Die Nummer eins zu sein sei allerdings nicht ein Ziel, sagt der Leiter der Novartis Generika-Sparte, Christian Seiwald: "Mit Lek wollen wir vor allem den Einstieg in den zentral- und osteuropäischen Markt vollziehen." Novartis wolle einfach in den wichtigsten Generika-Märkten jeweils unter den drei ersten Anbietern sein. (APA)

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