Hintergrund: Vom Bildschirm in die Politik

15. Oktober 2002, 17:46
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Quereinsteiger mit Massenpublikum

Der SPÖ-Quereinsteiger Josef Broukal ist nicht der erste ORF-Journalist, der vom Bildschirm in die Politik wechselt. Eine prominente Kollegin Broukals ist Ursula Stenzel, die 1996 für die ÖVP als Spitzenkandidatin in den EU-Wahlkampf gezogen ist. Mit Stenzel wurde die ÖVP bei diesem Urnengang sogar die Nummer eins. Stenzel ist bis heute ÖVP-Delegationsleiterin im Europäischen Parlament. Sie war wie Broukal vor ihrem Wechsel in die Politik als Moderatorin der "Zeit im Bild" tätig.

Bei den Nationalratswahlen 1999 kandidierten für die FPÖ gleich zwei ORF-Journalistinnen: Theresia Zierler, die als "Willkommen Österreich"-Moderatorin einen hohen Bekanntheitsgrad hatte, und Jutta Wochesländer, langjährige "Radio-Stimme" der ORF-Nachrichten. Bereits 1993 wechselte der ORF-Redakteur Hans-Jörg Schimanek, bekannt aus der ORF-Sendung "Argumente", für die FPÖ in den niederösterreichischen Landtag.

Auf der Suche nach dem Glück in der Politik

Zierlers Kollege aus "Willkommen Österreich"-Zeiten, Reinhard Jesionek, versucht jetzt ebenfalls sein Glück in der Politik. Bei der kommenden Nationalratswahl möchte er als Spitzenkandidat des Liberalen Forums antreten.

Im EU-Parlament sitzt seit 1996 mit Hans Kronberger für die FPÖ noch ein weiterer früherer ORF-Redakteur. Und auch die Grüne EU-Abgeordnete Mercedes Echerer, seit 1999 im europäischen Parlament, ist ein vom Bildschirm bekanntes Gesicht: Die Schauspielerin war früher Präsentatorin der "Kunst-Stücke". (APA)

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