Leiden ohne Krankheit

15. Oktober 2002, 11:12
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Zwei Drittel sind "wetterfühlig" - Übergewicht, wenig Bewegung, Alkohol- und Nikotinmissbrauch sowie Stress als Risikofaktoren

Leiden ohne Krankheit. - Fast zwei Drittel der Bevölkerung sagen bei wiederkehrenden Gesundheitsproblemen: "Das Wetter ist schuld." Das Klima in Mitteleuropa begünstigt die körperlichen Unpässlichkeiten, die unter der Bezeichnung "Wetterfühligkeit" zusammengefasst werden. Frauen sind bis zu drei Mal häufiger betroffen als Männer, als Grund werden Hormone vermutet.

Die Verursacher

Der Verursacher - das Wetter: Anhaltender Regen, Föhn, Tiefdruck, Kälte, Hitze oder Wetterumschwünge lösen die Beschwerden aus. Die Symptome sind höchst verschieden und reichen von depressiven Verstimmungen über Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen bis zur akuten Verschlechterung von Herz-Kreislauferkrankungen.

Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schwindelb

"Am häufigsten werden Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Schwindel von den Betroffenen angegeben", weiß Dr. Alois Machalek von der Wiener Magistratsabteilung Gesundheitswesen (MA 15). "Aber auch rheumatische Beschwerden und psychische Probleme können wetterbedingt auftreten."

Besonders betroffen sind laut Forschung Menschen mit Übergewicht, solche, die kaum Sport und wenig Bewegung an der frischen Luft betreiben und die stark Stress ausgesetzt sind. Weitere Risikofaktoren sind ein Übermaß an Nikotin- und Alkoholkonsum sowie Medikamenteneinnahme. Wetterfühligkeit kann verstärkt nach Operationen bzw. im Zusammenhang mit Grundleiden wie Asthma, Diabetes, Herzkrankheiten oder Rheuma auftreten.

Das weit verbreitete Phänomen beeinträchtigt das Wohlbefinden, teilweise sogar beträchtlich. Es wird aber nicht ausdrücklich zu den krankhaften Beschwerden gezählt, genauso wenig wie Ermüdungserscheinungen, Hunger- und Durstgefühle, See- und Luftkrankheit oder Schwangerschaftsbeschwerden.

Wetterbedingte Beschwerden ähneln zwar in ihren Symptomen "normalen" Krankheiten. Es liegen jedoch keine krankhaften organischen Veränderungen festgestellt vor. Betroffene sind trotzdem keine Simulanten.

Beispiele für "Wetterfühligkeit"

Kopfschmerzen und Migräneattacken treten vermehrt bei Föhn auf.
Regenwetter kann Verstimmungen, Gelenkschmerzen und Blutdruckprobleme verursachen.
Erschöpfung und Müdigkeit werden oft mit schwülem Wetter in Verbindung gebracht.

Viele "Wetterleiden" werden als Anzeichen eines geschwächten Organismus angesehen. Der Körper ist nicht ausreichend in der Lage, sich den atmosphärischen Veränderungen anzupassen. Hier setzen auch die empfohlenen Therapiemaßnahmen an. Vor einer Behandlung mit Medikamenten raten Ärzte ab. Besser sei es, vorzubeugen und den Körper abzuhärten, sich den Wetterreizen bewusst auszusetzen.

Bewegung an der frischen Luft

Dazu gehört vor allem Bewegung an der frischen Luft, auch wenn es kalt ist - in angemessener Bekleidung. Experten raten weiters zu autogenem und Biofeedback-Training oder Qi-Gong, Kneippkuren (Wechselduschen), unter Umständen können auch regelmäßige Saunabesuche und Moorpackungen helfen. Auch eine Ernährungsumstellung (viel Obst, Gemüse, Vollkorn) und Homöopathie können Erleichterung bringen. (APA)

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