China will "Ordnung" in die Internet-Cafes bringen

15. Oktober 2002, 10:56
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Machthaber befürchten Propaganda

China hat strenge Regelungen für Internet-Cafes erlassen. So ist Minderjährigen der Zutritt verboten und die Betreiber der Einrichtungen müssen ihre Nutzer registrieren sowie Protokolle zu den Informationen anfertigen, die im Internet abgerufen werden. Die Regelungen sollen Mitte November in Kraft treten. Weiteren Vorschriften zufolge ist Rauchen grundsätzlich verboten, um Mitternacht muss geschlossen werden und Internet-Cafes müssen mindestens 200 Meter von Schulen entfernt sein.

Angst, dass Computerspiele die Jugend verderben

Offiziell wurde die Regelungen als Reaktion auf einen verheerenden Brand erlassen, bei dem Mitte August 25 Menschen in einem Internet-Cafe ums Leben kamen. Danach wurde in staatlichen Medien auch kritisiert, dass die Jugend in diesen Einrichtungen durch Computerspiele verdorben werde. Denn oft werden die Rechner in diesen Cafes einfach vernetzt, damit die Nutzer gegeneinander spielen können. Auch das ist jetzt verboten.

Insgesamt zeigen die Regeln, dass die Machthaber in China das Internet möglichst stark unter Kontrolle halten wollen und besonders die Verbreitung politischer Propaganda fürchten. Zu den jetzt verbotenen Themen gehören nicht nur Glücksspiel und Pornografie, sondern auch solche, die "der nationalen Einheit, Souveränität und territorialen Integrität schaden". (APA/AP)

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