Indonesische Polizei: Erste Festnahmen

15. Oktober 2002, 11:48
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Zwei Verdächtige in Haft - Personalausweis mit Initialen M.S. am Tatort gefunden - Militär-Plastiksprengstoff wurde verwendet

Jakarta/Berlin - Die indonesische Polizei hat zwei Männer im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf Bali festgenommen. Die beiden würden derzeit verhört, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Zehn bereits vor einem Monat auf Bali festgenommene Pakistaner hätten dagegen nichts mit dem Anschlag am Wochenende zu tun, teilte die Polizei mit. Die Gruppe sei wegen einer nicht-angemeldeten öffentlichen Rede festgenommen worden, mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß.

Eine internationale Ermittlergruppe soll die indonesischen Behörden bei der Aufklärung des Bombenanschlags auf Bali unterstützen. Unter den Terror-Spezialisten seien mehr als 40 australische Beamte, sagte der australische Außenminister Alexander Downer am Dienstag in Kuta. Weitere Experten würden von der US-Bundespolizei FBI, Großbritanniens Scotland Yard sowie den deutschen und japanischen Behörden gestellt. Australien habe bereits Gerichtsmediziner und Bombenexperten vor Ort, sagte der Chef des australischen Justizressorts, Chris Ellison. Beide Politiker hatten zuvor den Tatort besichtigt.

Personalausweis

Bei dem Bombenanschlag auf Bali ist Plastiksprengstoff verwendet worden. Eine der Bomben habe aus C4 bestanden, bestätigte Geheimdienstchef Hendropriyono am Dienstag auf der indonesischen Insel. C4 ist ein extrem starker Plastiksprengstoff, den das Militär benützt. Nach den verheerenden Terroranschlägen glaubt die indonesische Polizei einem Hauptverdächtigen auf der Spur zu sein. Es handle sich um einen indonesischen Staatsangehörigen, dessen Namensinitialen M.S. seien, sagte Polizeichef General Da'i Bachtiar vor Journalisten.

Der Personalausweis des Mannes sei am Ort der Explosionen in dem Ferienort Kuta gefunden worden. Man habe bereits die beiden Wohnungen des Verdächtigen durchsucht. Beamte hätten am Dienstag die Familie des Mannes vernommen, sagte der General. Das US-Außenministerium hatte einen Fahndungserfolg der indonesischen Behörden als unwahrscheinlich bezeichnet. Die mutmaßlichen Täter würden weder identifiziert noch festgenommen. Bei den Tätern handle es sich wahrscheinlich um islamische Extremisten, die bei der Tatvorbereitung ausländische Hilfe erhalten hätten, stellte das Ministerium fest. g ausländische Hilfe erhalten hätten, stellte das Ministerium in dem Bericht fest. (APA/dpa)

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