Rüdiger vorm Walde: Proteste "absolut überzogen"

15. Oktober 2002, 08:54
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Generaldirektor: Meine Tür steht jederzeit offen - Wir sind künftig nicht mehr der Monopolist

Wien - Als "absolut überzogen" bezeichnete ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde Montag abend in der "ZIB 2" den Lokführer-Boykott und das Vorgehen der Gewerkschaft. Er habe die Gespräche nicht abgebrochen, sondern die Gewerkschaft. Aber "meine Tür steht jederzeit offen", versuchte vorm Walde die Situation zu kalmieren.

Was die Lokführer betrifft, betonte der ÖBB-Generaldirektor, diese würden einen guten Job machen. Daran liege es absolut nicht. Man diskutiere mit der Gewerkschaft unterschiedliche Themen. Was die Mehrdienstleistungen der Lokführer betreffe, lägen diese durchschnittlich bei 16 bis 22 Stunden, mit regionalen Unterschieden. Zuvor hatte Eisenbahner-Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl dagegen erklärt, es würden zwischen 30 und 140 Überstunden im Monat gemacht und damit sei die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Statt dass wie vom Vorstand geplant 7000 Leute bis 2006 abgebaut werden sollen, müssten Mitarbeiter aufgenommen werden.

Auf den EU-Wettbewerb vorbereiten

Vorm Walde meinte zum "Strukturpaket" für die Bahn, Österreich müsse sich auf den EU-Wettbewerb vorbereite. "Der Markt ist dereguliert. Unsere Organisation muss EU-rechtskonform sein. Wir sind künftig nicht mehr der Monopolist, der alles allein macht, sondern wir haben hart an Qualitätsfragen, an Kostenfragen zu arbeiten. Und deshalb sei auch die Reaktion der Gewerkschaft "absolut überzogen. Weil die Qualität darunte leidet und diese Diskussion unnötigerweise auch auf dem Rücken des Fahrgasts ausgetragen wird".

Dass sich Lokführer öffentlich nicht äußern dürften, wies der ÖBB-Generaldirektor zurück. "Von mir sind keine Anweisungen ausgegangen".(APA)

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