Philips strebt 2002 schwarze Zahlen an

15. Oktober 2002, 15:00
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Niederländischer Elektronikkonzern reduziert Quartalsverlust - Umstrukturierungen laufen

Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips will 2002 zumindest wieder operativ schwarze Zahlen schreiben. In den ersten neun Monaten des Jahres wurde operativ bereits ein Gewinn von 373 Mill. Euro verbucht, unter dem Strich stand jedoch vor allem wegen hoher Abschreibungen und Umstrukturierungskosten ein Nettoverlust von knapp 1,68 Mrd. Euro. Unter Ausschluss von Sonderposten solle aber auch das Nettoergebnis des Jahres positiv sein, sagte Konzernchef Gerard Kleisterlee am Dienstag.

Die Philips-Aktie stieg in Amsterdam bis zum Nachmittag um 8,5 Prozent auf 16,28 Euro. Der Ausblick verlieh auch europaweit den Technologieaktien kräftigen Auftrieb.

Vivendi-Abschreibung belastet

Im dritten Quartal schlug sich vor allem eine Abschreibung in Höhe von 339 Mill. Euro auf die Beteiligung beim angeschlagenen französischen Medien- und Versorgerkonzern Vivendi Universal negativ in der Bilanz nieder. Nach einem operativen Gewinn von 135 Mill. Euro standen unter dem Strich 330 Mill. Euro Nettoverlust. Im dritten Quartal vergangenen Jahres war allerdings noch ein Minus von 736 Mill. Euro angefallen.

Im vergangenen Jahr waren auch die operativen Zahlen bei Philips noch tief rot gewesen: Ein Minus von 505 Mill. Euro im dritten Quartal und von 937 Mill. in den ersten neun Monaten. Der Nettoverlust des Neun-Monats-Zeitraums war allerdings im vergangenen Jahr noch mit 1,4 Mrd. Euro um gut 18 Prozent geringer ausgefallen.

Umstrukturierungen

"Während das wirtschaftliche Umfeld schwierig bleibt, machen wir, was wir können - Kosten senken, die Zuliefererkette optimieren und Problemzonen mit entschiedenen Aktionen angehen", sagte Konzernchef Kleisterlee. Im Zuge der Umstrukturierung erwartet Philips im vierten Quartal eine Belastung von 200 bis 225 Mill. Euro aus dem Umbau der Halbleitersparte sowie eine weitere von 175 Mill. Euro aus der Bauteilefertigung. Philips rechnet im vierten Quartal mit der zum Jahresende üblichen Belebung des Geschäfts. Der Umsatz legte im dritten Quartal um 1,7 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro zu. In den ersten neun Monaten waren die Erlöse mit knapp 22,9 Mrd. Euro im Jahresvergleich nahezu unverändert (2001: 23,08 Mrd. Euro).

Spartenentwicklung unterschiedlich

Das Geschäft der einzelnen Sparten entwickelte sich höchst unterschiedlich. Höheren Umsatz erzielte das Unternehmen vor allem bei medizinischen Geräten (1,54 Mrd. Euro/plus 34 Prozent), Halbleitern (965 Mill. Euro/plus 7 Prozent) und Komponenten (510 Mill. Euro/plus 12 Prozent). Rückläufig war der Umsatz dagegen bei elektronischen Verbrauchsgütern (2,17 Mrd. Euro/minus 16 Prozent). Insbesondere bei Mobiltelefonen und digitalen Netzwerken gab es einen starken Rückgang. Im Bereich Beleuchtung belief sich der Umsatz auf 1,13 Mrd. Euro (minus 3 Prozent). Ende September beschäftigte Philips insgesamt 183.447 Arbeitnehmer, 8000 weniger als vor einem Jahr.

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    foto: philips
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