Softwarekonzern legt sich mit Apple an

15. Oktober 2002, 15:58
39 Postings

"Switch"-Kampagne des Konkurrenten wurde kopiert und mutierte prompt zum Flop

Der Softwarekonzern Microsoft dürfte sich die Angriffe des Langzeit-Konkurrenten Apple wohl nicht länger gefallen lassen wollen und greift zu Gegenmaßnahmen. Laut einer Meldung auf Slashdot soll eine neue Webseite über die Vorzüge eines PCs mit Windows XP aufklären und User zu Wort kommen lassen, die "erfolgreich" von Mac OS X auf das aktuelle Windows umgestiegen sind.

Seite weg - Google hat sie noch

Laut aktuellen Medien-Berichten dürfte die Werbekampagne wieder zurück gezogen worden sein. Die entsprechende Webseite mit dem Titel "Microsoft Insider" ist schon wieder offline, doch hat die Suchmaschine Google noch eine archivierte Version zu bieten.

Auf dieser berichtet ein namentlich nicht genannter Freelancer von seinem erfolgreichen Wechsel von Mac auf Windows XP. Wie es in dem Erfahrungsbericht heißt "gibt mir Windows XP mehr Möglichkeiten und Flexibilität". Als Gründe dafür werden Microsoft Office, der Browser "Internet Explorer" und moderne Funktionalitäten des Betriebssystems, wie etwa die Möglichkeit verschiedene User-Accounts anzulegen und einfacher Zugang zum Internet, genannt. Wie der Autor bei Slashdot meint, scheint man in Redmond damit zu meinen, dass dies mit einem Apple nicht möglich wäre.

Kampagne wurde zum Flop

Die als Antwort auf die "Switch"-Offensive von Apple gestartete Kampagne entwickelt sich nun scheinbar immer mehr zum Flop. Bei der Apple-Werbelinie hatten sich überzeugte Mac-User gegen eine entsprechende Gebühr bereit erklärt in der Öffentlichkeit über ihre Beweggründe für einen Wechsel von PC zu Mac zu berichten. Microsoft wollte diese Strategie nun kopieren - mit einer Kampagne von Mac-Usern die zu Windows gewechselt haben - und dürfte sich nun ins eigene Fleisch geschnitten haben.

Das Foto der PR-Frau

So hatte etwa ein Slashdot-Leser festgestellt, dass es sich bei dem benutzten Foto um ein so genanntes "Stock Foto" von GettyImages.com handelt, das gegen eine Urheberrechtslizenz von rund 50 Dollar von jedermann übernommen werden kann. Wie sich nun herausstellte ging die Nachrichtenagentur AP dieser Meldung nach und konnte die Angaben verifizieren. Nachdem dieser Bericht auch in Redmond zur Kenntnis genommen wurde, ist die Kampagne scheinbar nun einmal auf Eis gelegt. Wie AP mitteilte, hat sich mittlerweile auch eine Mitarbeiterin der von Microsoft beauftragten PR-Agentur als mysteriöse Zeugin geoutet.

Neue Freizeitbeschäftigung

Eines hat die Werbekampagne auf jeden Fall schon bewirkt; unzählige User fanden nach weiteren Details und suchen nach weiteren Bildern und Ungereimtheiten. So sollen bereits einige neue Peinlichkeiten entdeckt worden sein - etwa dass noch weitere Biler aus dem Archiv der GettyImages entnommen wurden. Ein pikantes Detail ist einem Slashdot-Leser bei Microsoft unter "Productivity & Creativity" aufgefallen: Ein Bild zeigt einen Vater der seiner Tochter am Computer hilft - allerdings wird dort ein Macintosh-Rechner gezeigt.(red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.