US-Außenministerium glaubt nicht an Festnahmen nach Bali-Anschlag

15. Oktober 2002, 08:05
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Washington vermutet Moslem-Extremisten als Täter

Washington - Das US-Außenministerium hält nach den verheerenden Bombenanschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali einen Fahndungserfolg der Behörden für unwahrscheinlich. Zwar würden örtliche Behörden in der Sache intensiv ermitteln, doch ihre Bemühungen blieben letztendlich ohne Ergebnis, hieß es in einer Studie des Außenministeriums, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag (Ortszeit) in Washington vorlag. Die mutmaßlichen Täter würden weder identifiziert noch festgenommen, hieß es weiter. Bei den vermutlichen Täter handele es sich wahrscheinlich um Moslem-Extremisten, die bei der Tatvorbereitung ausländische Hilfe erhalten hätten, stellte das Ministerium in dem Bericht fest.

Dem Bericht zufolge erhielten die mutmaßlichen Täter ihr Training in Afghanistan, dem indonesischen Sulawesi oder auf der südphilippinischen Insel Mindanao. Die Hintermänner zur technischen Unterstützung der Anschläge hätten Bali vermutlich bereits zum Zeitpunkt der Explosionen wieder verlassen. Ob es sich bei den Attentätern um El-Kaida-Mitglieder, Mitglieder der indonesischen Gruppe Jemaah Islamiyah oder um Sympathisanten handle, sei "irrelevant". Wichtig sei lediglich die Botschaft, dass radikale Moslems einen "erfolgreichen" Anschlag gegen "westliche" Menschen ausgeführt hätten, führte das Außenministerium weiter aus.(APA)

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