Siemens/Alcatel suchen Anschluss für Aosa

14. Oktober 2002, 20:00
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Digitalisierungsfirma steht ohne Neugeschäft vor dem Aus

Mit Jahresende könnte die flächendeckende Digitalisierung des österreichischen Telefonfestnetzes auch gesellschaftsrechtlich abgeschlossen sein. Aosa Telekom, das zwecks telefonischer Aufrüstung gegründete Joint Venture von Siemens und Alcatel, kämpft ums Überleben, heißt es in Unternehmenskreisen.

Auftragslage nicht berauschend

Aus Kreisen der Aosa-Eigentümer (Siemens 60 Prozent, Alcatel 40 Prozent) erfuhr DER STANDARD, dass die Auftragslage des Unternehmens nicht mehr berauschend sei. Zudem wolle man das geschrumpfte Geschäft mit Telekom-Hardware und -Dienstleistungen lieber selbst einstreifen. "Stimmt nicht", sagt Alcatel-Sprecher Anton Bum, "die Aosa wird nicht zugesperrt." Aber die Zahl der Mitarbeiter müsse dem "geänderten Business angepasst" werden. Wie viele der rund 140 Beschäftigten gehen müssen, stehe noch nicht fest.

"Sehr, sehr gut erfüllt"

Siemens-Sprecher Michael Kochwalter bestätigt, dass die Aktionäre über die weitere Strategie der Aosa diskutieren. Das Unternehmensziel, der Handel mit vermittlungstechnischen Einrichtungen, sei "sehr, sehr gut erfüllt" worden, nun brauche es ein Neugeschäft zu den Wartungsverträgen.

Internen Informationen zufolge hat Siemens den Fortbestand der Aosa an neue Aufträge geknüpft. Kommen diese nicht, könnte zu Jahresende Schluss sein, denn der Großhandel mit Büromaschinen und -einrichtungen sei nicht lukrativ genug. Im Jahr 2000 erwirtschaftete die Nachfolgerin der 1989 zur Modernisierung des Telekom-Austria-Netzes gegründeten Arge OES-E rund 153 Mio. EURO Umsatz, 2001 waren es 150 Mio. EURO. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD Printausgabe, 15. Oktober 2002)

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