Teheran lehnt US-Besatzungspläne für den Irak ab

14. Oktober 2002, 18:55
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Iran wirft USA mangelndes Verständnis für Nahen Osten vor

Teheran/Ankara- Nach der irakischen Exil-Opposition hat am Montag auch der Iran Pläne der US-Regierung kritisiert, nach einem Krieg möglicherweise eine Militärregierung im Irak einzusetzen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Resa Asefi, sagte in Teheran, solche Pläne zeigten nur das mangelnde Verständnis der USA vom Nahen Osten. "Wir hoffen, dass es sich hierbei nur um Gerüchte ohne Grundlage handelt", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher.

Asefi bekräftigte die ablehnende Haltung des Iran gegen einen Militärschlag gegen das Nachbarland Irak. Die iranische Regierung sei der Ansicht, dass im Konflikt zwischen den USA und Irak noch nicht alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft seien. Außerdem müsse erst nachgewiesen werden, dass der Irak tatsächlich Massenvernichtungswaffen besitze, wie dies von Washington behauptet werde.

Militärverwaltung

In der vergangenen Woche hatte sich der US-Außenminister Colin Powell zu einer möglichen Ordnung im Irak nach einem Krieg gegen Saddam Hussein geäußert. Als eine Möglichkeit nannte er die Einsatzung einer amerikanischen Militärverwaltung wie in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vertreter der irakischen Opposition im Exil hatten am Wochenende die US-Pläne mit der Begründung zurückgewiesen, eine Fremdherrschaft sei nicht akzeptabel. Man lehne die Diktatur Saddam Husseins ab, aber ebenso auch andere Diktaturen, hieß es.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan sprach am Montag in Peking mit dem chinesischen Staatspräsidenten Jiang Zemin und Außenminister Tang Jiaxuan unter anderem über den Irak-Konflikt. Einzelheiten wurden jedoch nicht bekannt. China kommt mit Blick auf eine neue UNO-Resolution als eines der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates große Bedeutung zu. Wie Russland und Frankreich lehnt Peking die von den USA und Großbritannien geforderte Vollmacht zu einem Militärschlag ab, falls der Irak nicht mit den UNO-Waffeninspektoren kooperiert. (APA/AP)

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