Palomares: 1966 stürzte hier ein US-Flugzeug mit vier Atombomben ab

14. Oktober 2002, 19:11
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Mehr als 36 Jahre danach sind im Südosten Spaniens noch immer nukleare Rückstände feststellbar

Madrid - Mehr als 36 Jahre nach dem bisher schwersten Unfall mit amerikanischen Atomwaffen sind am Unglückort im Südosten Spaniens noch immer nukleare Rückstände feststellbar. Bei der Ortschaft Palomares in der Provinz Almeria, in deren Nähe im Jänner 1966 ein US-Bomber mit vier Atombomben abgestürzt war, gebe es bis heute Reste einer nuklearen Verseuchung, teilte die spanische Regierung am Montag auf eine parlamentarische Anfrage mit. Die Bevölkerung habe durch das Unglück jedoch keine Gesundheitsschäden erlitten, heißt es. Die regelmäßigen Strahlenmessungen würden aber fortgesetzt.

Ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe war am 17. Jänner 1966 beim Auftanken in der Luft mit einem Tankflugzeug zusammengestoßen und abgestürzt. Drei der vier Atombomben an Bord der B 52 prallten auf die Erde. Zwei davon platzten auf und verseuchten 220 Hektar Felder mit radioaktivem Plutonium. Die US-Regierung ließ damals große Mengen an verseuchter Erde abtragen und in die USA bringen. Die vierte Bombe wurde erst 80 Tage nach dem Unfall vom Meeresgrund geborgen.

Von den 1.500 Bewohnern von Palomares wurde bei dem Unglück niemand verletzt. Die vier Besatzungsmitglieder des Tankflugzeugs sowie drei der B 52 kamen ums Leben. Vier weitere Besatzungsmitglieder des Bombers brachten sich mit Fallschirmen in Sicherheit. Um der Bevölkerung von Palomares die Angst vor einer radioaktiven Verstrahlung zu nehmen, badeten der damalige spanische Tourismusminister Manuel Fraga Iribarne und der US-Botschafter wenige Monate nach dem Unglück am Strand der Ortschaft im Meer. (APA/dpa)

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    Niedergegangen, doch zum Glück nicht explodiert

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