Fußis Programm und Team

14. Oktober 2002, 18:31
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Gegen Abfangjäger, Studiengebühren und Waffen in Privat- Haushalten, für sofortige Steuersenkung und Ausbau der direkten Demokratie

Wien - In einem Interview mit der Nachrichten-Illustrierten "News" erläuterte der Initiator des Anti-Abfangjäger-Volksbegehrens und Chef der Kleinpartei "Die Demokraten" sein Programm für die Nationalrats-Wahl.

Der Neo-Politiker: "Wir fordern: eine sofortige Steuersenkung, die Abschaffung des unnötigen Bundesrats, die Verankerung des Sozialstaates in der Verfassung, Ausbau der direkten Demokratie, Verbot der Massentierhaltung, Verbot von Waffen in Privathaushalten, radikale Kürzung der Parteienförderung, Abschaffung der Studien- und Ambulanzgebühren, Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und der veralteten Gewerbeordnung, die Gleichstellung von Minderheiten und ein Ende der Privilegien- und Parteibuchwirtschaft."

Klar macht Fußi: "Einen Fall Gaugg wird's mit uns nicht geben. Mit uns gibt's nur Politik mit Herz, Hirn und Verstand. Und zwar für das Volk und nicht dagegen."

Fußi will übrigens auch bei der niederösterreichischen Landtagswahl antreten. "Selbstverständlich. Der selbstherrliche Landeshauptmann (Erwin) Pröll braucht Kontrolle." Und über seine künftigen politischen Kontrahenten: "Eine Frau Onodi (SP, Anm.), die einer breiteren Öffentlichkeit völlig unbekannt ist, und ein Herr Stadler (FP, Anm.), dessen einziges Problem offenbar 60 Jahre zurückliegt, haben ja schon bewiesen, dass sie die besten Garanten für eine absolute Mehrheit für Pröll sind."

Quereinsteiger

Fußi will zwei Quereinsteiger für seine Neopartei ins Rennen schicken: Hubert Pfeifenberger, der in Graz die Kärnten- und Steiermark-Filiale der internationalen Wirtschaftsinformationsfirma "D&B" leitet, und Roman Schröck, Angestellter einer Hotellerie-Personalagentur in Liechtenstein.

Bruder als Vorbild

Pfeifenberger gab sich bei der ersten Anfrage durch den STANDARD über seine von Fußi kolportierte Kandidatur vorerst unsicher bis überrascht. Nach einstündiger Nachdenkpause stellte er dann klar: "Ja, ich bin einer der Kandidaten, es sieht ganz danach aus." Seine Funktion bei den "Demokraten" werde die "Vertretung der Wirtschaftsinteressen sein".

Mit welchen Konzepten und Zielen er das tun werde, wollte Pfeifenberger aber nicht näher ausführen. Politisches Engagement ist in seiner Familie jedenfalls nicht neu, wie der zukünftige Wirtschaftssprecher Fußis bestätigt: Sein Bruder ist der freiheitliche Kärntner Landeshauptmannstellvertreter Karl Pfeifenberger. Etwas konkreter wurde Roman Schröck, der für den Bereich Tourismus, für den er ein eigenes Ministerium fordert, verantwortlich sein will.

"Tourismus ist unser wichtigster Wirtschaftszweig, hat aber keine Lobby wie die Industrie." In Liechtenstein stationiert, spielt der 35-jährige schon seit zwei Jahren mit dem Gedanken, politisch aktiv zu werden. Bei welcher Partei er das vor zwei Jahren getan hätte, will er nicht verraten. Die Richtung der SPÖ hält er jedenfalls für einen "Rückschritt ins Mittelalter", die Grünen, erzählt er, hätten in seiner Jugend in einem Vorarlberger Dorf alle Straßen aufreißen wollen. "Stellen Sie sich vor, das setzt sich Bundesweit durch!", zeigt sich Schröck besorgt.

Knüppel auf den Sack

Wenig hält der "Demokrat" von den Parlamentariern im Allgemeinen, Schröck zum STANDARD: "Am besten wäre es, man steckt die ganzen Typen in einen Sack und haut mit einem Knüppel fest drauf. Da trifft man mit Sicherheit immer den Richtigen."

(APA/red/DER STANDARD, 30. September 2002)

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    Der Initiator des Anti-Abfangjäger-Volksbegehrens, Rudolf Fußi, zu Beginn der Eintragungsfrist präsentierte er Muster von 350 Euro Scheinen, die die Kosten des Abfangjäger-Ankaufes für jeden einzelnen Österreicher symbolisieren sollen.

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