Unipetrol-Privatisierung wieder am Start

14. Oktober 2002, 17:59
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Neue Chance für OMV

Prag/Wien - Die Tschechische Republik und Agrofert wollen nun einvernehmlich die gescheiterte Privatisierung des staatlichen Petrochemie-Konzerns Unipetrol beenden. Bis 15. November muss Tschechiens Finanzminister Bohuslav Sobotka erneut einen Vorschlag über die weitere Vorgangsweise vorlegen. Ein Komitee soll vorher festlegen, ob Unipetrol zur Gänze oder in Teilen verkauft werden soll. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag.

Damit ergibt sich auch für die heimische OMV ein neue Chance. Sie wird neben der britischen Rotch Energy, Ungarns MOL von Experten als potenzieller neuer Bieter gesehen.

Zurückgezogen

Wie berichtet hat sich der tschechische Düngemittel-Hersteller Agrofit vom Kauf zurückgezogen, nachdem sich die tschechische Regierung weigerte, über eine Verringerung des Kaufpreises zu verhandeln. Agrofert ließ ein letztes Ultimatum für die Bezahlung des 62,99-prozentigen Anteil an Unipetrol im Wert von 361 Millionen Euro verstreichen. Die Düngemittelfirma forderte die Reduktion des Kaufpreises wegen angeblicher Mängel bei Unipetrol.

Unipetrol ist der erste Fall einer gescheiterten Privatisierung in der Tschechischen Republik, bei der sich ein bereits ausgewählter Käufer von seinem Angebot zurückzieht. (APA)

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