Der Rückblick

14. Oktober 2002, 16:53
posten

SPÖ erlitt 1999 historische Niederlage - Geht zum zweiten Mal als Oppositionspartei in die Wahlen

Wien - Von der ungewohnten Position der Oppositionspartei aus startet die SPÖ in die Nationalratswahl am 24. November. Nur einmal vorher, von 1966 bis 1970, gehörte sie - wie jetzt seit Frühjahr 2000 - nicht der Regierung an. Ob sich das ändern wird, ist ungewiss. Laut den Umfragen wird es der SPÖ aber gelingen, gegenüber der NR-Wahl 1999 wieder zuzulegen. Damals mussten die Sozialdemokraten ihren historischen Tiefststand - mit 33,2 Prozent und 65 Mandaten - hinnehmen.

Stärkste Partei in Österreich, die sie permanent seit 1970 war, blieb die SPÖ aber auch damit. Ihr bestes Ergebnis erreichte sie 1979 unter Bruno Kreisky mit 51,0 Prozent. Als einzige Partei liegt sie auch heute noch über 30 Prozent. Unter der 40-Prozent-Marke rangieren die Sozialdemokraten seit 1994.

In der Ära Kreisky konnte die SPÖ bei Nationalratswahlen kontinuierlich zulegen, von 42,6 Prozent des Jahres 1966 (bis 1970 folgte dann die Alleinregierung der ÖVP) bis auf 51,0 Prozent im Jahr 1979. 1983 gab es das erste Minus - und mit der Machtübernahme Jörg Haiders in der FPÖ (1986) folgte eine Reihe von Wahlverlusten. Sie wurden nur 1995, bei der vorgezogenen Neuwahl, unterbrochen.

Schlechteste Ergebnisse bei EU-Wahlen

Ihre schlechtesten Ergebnisse bei Bundeswahlen fuhr die SPÖ allerdings nicht im Nationalrat, sondern bei den EU-Wahlen ein: 1996 kam sie nur auf 29,3, im Jahr 1999 nur auf 31,7 Prozent.

Hochburg der SPÖ bei der NR-Wahl 1999 war das Burgenland: Dort kam die SPÖ auf 41,9 Prozent. Ihr bestes Bezirks-Ergebnis fuhr sie allerdings in der Steiermark ein, im Bezirk Mürzzuschlag mit 49,0 Prozent. Das "schwächste" Bundesland der Sozialdemokraten war Vorarlberg mit 18,2 Prozent, der Bezirk mit der geringsten Zustimmung Lienz mit 15,5 Prozent.

In Vorarlberg und Tirol gab es auch die einzigen - insgesamt vier - Bezirke, in denen die SPÖ nicht über 20 Prozent kam. Zwischen 20 und 30 Prozent lag sie in 43 der insgesamt 121 Bezirke und Statutarstädte, zwischen 30 und 40 Prozent in 48 Bezirken. Über 40 Prozent konnte die SPÖ in 26 Bezirken erreichen. (APA)

  • Artikelbild
    foto: standard/cremer
Share if you care.