Annan erwartet baldige Einigung auf UNO-Resolution

14. Oktober 2002, 15:49
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Ankara will bei Irak-Krieg "Sicherheitszone" im Nordirak

Peking/Ankara- UNO-Generalsekretär Kofi Annan erwartet eine baldige Einigung im Weltsicherheitsrat auf eine neue Irak-Resolution. Er gehe davon aus, dass das Gremium in dieser Woche darüber beraten und eine Lösung finden werde, sagte Annan am Montag nach einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Jiang Zemin in Peking. Bei dem Gespräch sei es aber nicht um Einzelheiten einer möglichen Resolution gegangen, fügte Annan hinzu. Der UNO-Generalsekretär ist zu einem dreitägigen Besuch in China, einem der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats.

Während die USA und Großbritannien eine einzige, harte Resolution zur Irak-Frage fordern, befürwortet Frankreich ein zweistufiges Vorgehen. Danach würde Bagdad bei Verstößen gegen die Regelungen zu den Waffeninspektionen erst in einer zweiten Resolution Gewalt angedroht. China lehnt eine Militäraktion ab und fordert eine politische Lösung. Russland hat Kompromissbereitschaft angedeutet.

"Sicherheitszone"

Die Türkei will im Falle eines US-Angriffs auf den Irak eine "Sicherheitszone" im Nordirak errichten, um ihre Grenze zu schützen. Mit einem solchen Kordon würden zugleich irakische Flüchtlinge abgewehrt, sagte der türkische Verteidigungsminister Sabahattin Cakmakoglu am Montag dem Fernsehsender NTV. Der Minister erneuerte die Warnungen Ankaras vor den Bestrebungen der Kurden, einen eigenen Staat aufzubauen. Notfalls werde die Türkei militärisch intervenieren, um dies zu verhindern, drohte er.

Der Iran bekräftigte seine Ablehnung eines Krieges gegen den Irak, sollten die USA allein handeln. Die Welt und die Region seien von einer "sehr gefährlichen Initiative" bedroht, sagte Präsident Mohammed Khatami laut der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi bei einem Besuch in Istanbul. Zugleich forderte er Bagdad auf, die UNO-Resolutionen und seine internationalen Verpflichtungen einzuhalten. (APA)

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