Islamistische Extremisten-Gruppen in Indonesien

14. Oktober 2002, 14:43
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FPI bekämpft Bars und Discos - Jemaah Islamiyah soll El Kaida-Kontakte haben

Hamburg - Nach den Bombenanschlägen in Bali mit mehr als 180 Toten sind islamische Extremisten-Gruppen in Indonesien in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. In dem nach der Bevölkerungszahl größten moslemischen Land der Welt gibt es seit Jahren eine größere Zahl kleinerer radikal-islamische Gruppen, die meist jedoch kaum organisiert agieren.

Relativ bekannt ist etwa die Front zur Verteidigung des Islam (FPI), die Bars und Discotheken bekämpft. Einige Organisationen werden Kontakte zur El Kaida, der Terrororganisation Osama Bin Ladens, nachgesagt.

Jemaah Islamiyah (JI): Die Organisation steht im Verdacht, Sprengstoffattentate auf US-Einrichtungen in Singapur geplant zu haben. Sie soll außer in Indonesien Zellen auf den Philippinen, in Malaysia oder Singapur unterhalten. Ihr Ziel ist die Errichtung eines pan-islamischen Staates in Südostasien. Als geistiges Oberhaupt der Gruppe gilt der islamische Gelehrte Abu Bakar Ba'asyir, der im indonesischen Solo eine Koranschule unterhält. Ba'asyir streitet jedoch jegliche Verbindungen zum Terrorismus ab.

Über ihren logistischen Kopf, genannt Hambali, soll die Gruppe mit El Kaida in Verbindung stehen. Mitglieder der JI sollen sich in Trainingscamps in Afghanistan aufgehalten und Geld von Osama bin Ladens Organisation erhalten haben. In den vergangenen Monaten wurden etliche Mitglieder der JI auf den Philippinen, in Malaysia und Singapur festgenommen.

Laskar Dschihad: Die Organisation gilt als eine der militantesten islamistischen Gruppen Indonesiens. Sie wurde bisher vor allem durch ihren blutigen "Heiligen Krieg" gegen die christliche Bevölkerung auf den indonesischen Molukken-Inseln bekannt und ist Verfechterin eines streng moslemischen Lebensstils. Ihr Anführer Jafar Umar Thalib sitzt seit Mai 2002 im Gefängnis. Der indonesische Geheimdienst sagte der Organisation im vergangenen Jahr Kontakte zu El Kaida nach. Die Laskar Dschihad soll für ihren Kampf auf den Molukken ausländische islamische Kämpfer rekrutiert haben. (APA/dpa)

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