Deutsche Privatsender fordern Werbeverbot für ARD und ZDF

14. Oktober 2002, 16:25
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Gebührenerlöse steigen, Werbeerlöse der Privaten gehen zurück - Private appellieren an deutsche Medienpolitik

Die deutschen privaten Rundfunkanbieter haben angesichts des Einbruchs ihrer Erlöse ein Werbeverbot für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF gefordert. Die wachsende Schere zwischen den Gebühreneinnahmen der öffentlich-rechtlichen Anstalten und den Werbeeinkünften der Privaten stelle das duale Rundfunksystem in Frage, erklärte der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), Jürgen Doetz, in einem am Montag veröffentlichten Brief an die Ministerpräsidenten der Länder.

Während ARD und ZDF vor zwei Jahren noch über sieben Mrd. Euro aus Rundfunkgebühren verfügten, seien für dieses Jahr bereits 7,5 Mrd. veranschlagt. Im selben Zeitraum seien die Nettowerbeerlöse der Privaten von 4,8 Mrd. Euro (2000) auf voraussichtlich 4,3 Mrd. Euro in diesem Jahr zurückgegangen. Dadurch seien die Privaten zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen.

Erhebliche Nachteile beim Rechteerwerb

Es gebe schon erhebliche Nachteile beim Rechteerwerb im Sport und für Spielfilme sowie bei der Vergabe von Produktionsaufträgen. Ein Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Hörfunk und Fernsehen würde für 2002 bei ARD und ZDF zu Mindereinnahmen von 500 Mill. Euro führen, erklärte Doetz. Auch die "ungezügelte" Expansion des Online-Angebots der Öffentlich-Rechtlichen sollte begrenzt werden.

Juristische Schritte gegen die Steuerbegünstigung von ARD und ZDF

Gleichzeitig kündigte Doetz juristische Schritte gegen die Steuerbegünstigung von ARD und ZDF an. Auf ihrer nächsten Sitzung am 23. Oktober sollten die Ministerpräsidenten die Weichen für die Rettung des dualen Rundfunksystems stellen, betonte Doetz. Am Sonntag hatte Bayerns Medienminister Erwin Huber (CSU) ebenfalls eine Abschaffung der Werbung bei den Öffentlich-Rechtlichen gefordert. (APA/dpa)

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