Publizieren im 21. Jahrhundert

18. Oktober 2002, 11:12
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UserInnen bestimmen selbst den Inhalt - Kultseite Slashdot.org kann dank Synergieeffekten und Engagement der Macher überleben

Zu Zeiten der so genannten ".com Bubble" gab es eine Vielzahl von IT-Publikationen. Damals schien alles, das nur irgendwie in Verbindung mit dem Internet gebracht werden konnte, das große Geld zu versprechen.

Doch die Zeiten haben sich geändert und ein Großteil der Magazine ist nicht mehr im Zeitschriftenregal zu finden.

Ausnahmeerscheinung

Einige wenige Modelle haben den Boom und den darauffolgenden Zusammenbruch jedoch überlebt. Ein Paradebeispiel dafür ist das Online Magazin Slashdot.org.

Fünf Jahre

1997 gründete Rob Malda Slashdot.org, seit dieser Zeit hat sich das "Sprachrohr der Open-Source-Szene" in der IT-Welt einen Fixplatz erarbeitet. Vor nicht allzu langer Zeit feierte Slasdot seinen fünften Geburtstag. (Der Webstandard berichtete)

Was ist das Geheimnis?

Doch was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg? In erste Linie dürfte es die Tatsache sein, dass die Slasdot-Macher am Boden der Realität geblieben sind. Nach wie vor gilt ihr Motto "News for Nerds. Stuff that matters." Die Slashdot-Macher kennen ihr Publikum und seine Interessen und publizieren nur, was sie selbst für wichtig halten. Ob damit auch Geld verdient werden kann, scheint ihnen dabei gar nicht so wichtig zu sein - eine Vielzahl von Fans dankt es den Online-Editoren.

Niedrige Kosten

Ein wichtiger Punkt sind natürlich niedrige Kosten. Online Publikationen sind vergleichsweise billig und natürlich wird bei Slashdot versucht, die Kosten möglichst gering zu halten.
Und tatsächlich kann den Betreiber zu folge auch Geld mit der Seite verdient werden. Dazu genügt aber trotz allem Slashdot alleine nicht.

Synergien

Slashdot ist im Besitz der Open Source Development Network Inc., diese wiederum gehört zu VA (Linux). Open Source DN betreibt mehrere Technologie-Webseiten und den Online Shop Think Geek. Richard French, Senior Vice President und General Manager für Open Source, erklärt, dass wahrscheinlich kein einziges seiner Projekte alleine Profit abwerfen würde. Doch die Kombination macht es aus. Bei den meisten Seiten kommt die von Slasdot Gründer selbst entwickelte Software zum Einsatz, auch die Internet Resourcen können gemeinsam genützt werden. Alle Seiten zusammen haben ein Publikum von etwa 6 Millionen UserInnen. Ein nicht geringer Anzahl dieser Besucher sind auch Kunden bei ThinkGeek. Dieser Onlineshop bietet Produkte für Computer-Liebhaber an, zum Teil finden sich auch recht skurile Produkt wie zum Beispiel Koffein-Seife.

French betont aber auch, dass es keine inhaltliche Einmischung bei Slashdot gibt.

Zukunftsmodell: Keine Redaktion

Seit 1997 wurden auf Slashdot.org bereits mehr als 30.000 Nachrichten publiziert. Bei Slashdot gibt es keine fixe Redaktion im herkömmlichen Sinne. Die Leser selbst versorgen die Seite mit Informationen und Links, Editoren wählen dann lediglich die wichtigsten Beiträge aus. Dadurch können natürlich die "Redaktions"-Kosten sehr gering gehalten werden.

Open Source und mehr

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Meldungen aus der Open-Source-Szene. So ist es wenig verwunderlich, dass die Webseite zu einer der wichtigsten Informationsquelle für Linux/Unix-Programme und für deren User wurde. Aber auch Berichte über kleine unbekanntere Webseiten mit teilweise sehr innovativen und lustigen Ideen werden immer wieder publiziert. (red)

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