Walfangkommission kommt zu "Interimstreffen" zusammen

14. Oktober 2002, 13:39
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Anlass: Streit um Walfang indigener Völker - Greenpeace befürchtet japanischen "Kuhhandel"

Wien/Cambridge - Ein Interimstreffen hat die Internationalen Walfangkommission (IWC) in Cambridge in England einberufen. Laut der Umweltorganisation Greenpeace ist dieses Treffen von der japanischen Fischereiagentur (FAJ) durch eine zusammengekaufte Mehrheit erzwungen worden. Bei der Zusammenkunft gehe es weiterhin um den Walfang-Streit zwischen der FAJ und den russischen und US-amerikanischen indigenen Völker.

Japan versuche weiterhin, seine Interessen am kommerziellen Walfang gegen die Walfangquoten auszuspielen, meinte Greenpeace in einer Aussendung. Die betroffenen Inuit, Tschuktschen und andere Indigene würden die Wale für die Selbstversorgung fangen und würden nicht unter das kommerzielle Walfangverbot fallen, so die Umweltorganisation.

Rückblick auf Shimonoseki

Beim IWC-Treffen im vergangenen Sommer habe Japan diese so genannten Subsistenzquoten mit kommerziellen Quoten für seine eigenen Walfänger verknüpft. Als seine eigenen kommerziellen Quoten nicht akzeptiert worden waren, stoppte Japan die Genehmigung der Selbstversorgungsquoten mit einem Block gekaufter Stimmen, erklärte Greenpeace.

"Die japanische Fischereiagentur versucht die USA und Russland zu bestechen, indem sie die Stimmen der gekauften Länder benützt, um die Subsistenzquoten zu blockieren", sagte Greenpeace-Meeresbiologin Nina Thüllen. "Es gibt keine Garantie dafür, dass Japan nicht wieder im letzten Moment sein Stimmvolk aktiviert um einen Wal-Kuhhandel zu erzwingen."

Nicht alle kommen

Die diesmaligen Abstimmungsverhältnisse werden extrem knapp sein, meinte Greenpeace. Denn Länder wie Italien, Argentinien und Indien haben ihre Mitgliedsbeiträge nicht rechtzeitig bezahlt, andere nehmen die weite Anreise nicht in Kauf. Österreich werde bei dem Treffen dabei sein. "Die Japanische Fischereibehörde setzt alles daran, um zum kommerziellen Walfang zurückkehren zu können", erklärt Nina Thüllen. (APA)

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