Kranker Möllemann erhält Aufschub

15. Oktober 2002, 15:38
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Umstrittener FPD- Landeschef von Nordrhein- Westfalen aus der Klinik entlassen - Sonderparteitag verschoben

Düsseldorf - Der Sonderparteitag der nordrhein-westfälischen FDP, bei dem über das politische Schicksal von Landeschef Jürgen Möllemann entschieden werden soll, kann voraussichtlich frühestens Ende November einberufen werden. Der gesundheitlich angeschlagene Möllemann sei zwar aus der Klinik entlassen worden, könne seine beruflichen Aufgaben aber erst in etwa sechs Wochen wieder aufnehmen, teilte die Raphaelsklinik in Münster am Montag mit, in die der umstrittene Politiker vor gut einer Woche mit Herzrhythmusbeschwerden eingeliefert worden war.

"Herr Möllemann muss weiter ambulant ärztlich behandelt werden und bedarf weiterhin absoluter Ruhe." Auf Grund seines "ausgeprägten Erschöpfungs- und des bestehenden Schwächezustands" werde er einen längeren Genesungsurlaub antreten. Die Landes-FDP hatte einen für den 7. Oktober angesetzten Sonderparteitag wegen Möllemanns Erkrankung verschoben. Auf dem Parteitag wollte Möllemann ebenso wie sein vom FDP- Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle unterstützter Konkurrent um das Amt des Landesvorsitzenden, Andreas Pinkwart, die Vertrauensfrage stellen.

Möllemann war wegen eines nicht mit der Partei abgesprochenen Flugblatts, in dem er kurz vor der Bundestagswahl Israel kritisiert hatte, in die Kritik geraten. Auf Druck Westerwelles hatte er sein Amt als stellvertretender FDP-Chef niederlegen müssen. Die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Ulrike Flach hatte gesagt, einen Parteitag ohne Möllemann werde es nicht geben.(APA/Reuters)

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