Jenseits europäischer Schulmedizin

14. Oktober 2002, 12:52
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Was Heiler und Schamanen wissen - Handbuch der Ethnotherapien erschienen

München - Das Institut für Ethnomedizin an der Universität München auf der derzeit stattfindenden Weltkonferenz für Ethnotherapien in München, ein Handbuch der Ethnotherapien vorgestellt. Das Werk, das sowohl die deutsche als auch die englische Fassung der Aufsätze und Forschungsergebnisse enthält, bietet einen Einblick in unterschiedlichste Therapien verschiedener Völker.

"Heiler und Schamanen aus fremden Ländern führen uns zeitlich zurück in unsere eigene europäische Vergangenheit und entführen uns auch geografisch in außereuropäische Kulturen", so Christine Gottschalk-Bartsch, Herausgeberin des Buches. "Die meisten Heiler und traditionellen Medizinsysteme, so geheim ihre Techniken auch erscheinen, versuchen ihre Patienten wieder zu Harmonie und Balance mit sich, ihrer Umgebung und dem Kosmos zu führen", meint die Herausgeberin im Vorwort. Diese allem übergeordneten Grundwahrheiten von Gesundheit und Heilung in traditionellen Medizin-Systemen, seit Beginn der Menschheit bewährt und behütet, treten in dem Buch und auch in dieser Konferenz offensichtlich zu Tage. Die Wissenschaftlerin stellt damit auch die Frage, ob die moderne Schulmedizin durch Außerachtlassung dieser Regeln nicht einen großen Fehler macht.

Globale Medizin

Im soeben erschienenen Handbuch werden Medizin und Heilungsrituale aus allen Kontinenten vorgestellt. Archaische europäische Formen, verschiedene Ethno-Therapien aus Afrika, Volksmedizin der orientalischen Juden in Israel, altorientalische Musiktherapien, Schamanismus Zentralasiens, Heiltherapien Indiens und Nepals, Schamanismus in Amazonien und traditionelle Heilung in Samoa werden von verschiedenen Autoren beschrieben. Einige der Forscher sind auch bei der Weltkonferenz in München anwesend.

"Beim Studium der verschiedenen Therapiemöglichkeiten lernen wir zu entdecken, dass alle Therapien gemeinsam ein Ziel haben: die Einheit von Körper, Geist und Seele und das Gleichgewicht in Familie, Gesellschaft, Natur und Kosmos", meint Claudia Müller-Ebeling, Ethnologin und Kunsthistorikerin in ihrer Abhandlung über die Vielfalt der Heilmethoden. Erst das Studium verschiedener Methoden in verschiedenen geografischen Regionen, ermögliche das Erkennen der Gemeinsamkeiten und der Unterschiede. (pte)

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