FAZ entlässt zwei Drittel der Online-Mannschaft

15. Oktober 2002, 17:38
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Mitarbeiterzahl soll von derzeit 60 auf 22 reduziert werden

Die unter der allgemeinen Anzeigenkrise leidende "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) legt ihre Internet-Aktivitäten zusammen und baut bis zu 40 Arbeitsplätze in diesem Bereich ab.

Verschmelzung von faz.net und faz.de

Wie ein Sprecher der Geschäftsführung am Dienstag bestätigte, werden die Online-Angebote von faz.net und faz.de verschmolzen. Bis zu zwei Drittel der 60 Stellen von faz.net, das Webinhalte für dritte Anbieter erstellt, würden abgebaut. In der derzeitigen Situation mache es keinen Sinn, sich zwei getrennte Online-Geschäfte zu leisten, erläuterte der Sprecher. Allerdings werde über eine Erweiterung der Rubrikenmärkte nachgedacht, nachdem sich der Stellenmarkt sehr positiv entwickelt habe.

Alle Geschäftsbereiche auf den Prüfstand gestellt

Die zweitgrößte überregionale Qualitätszeitung hinter der "Süddeutschen Zeitung" hat wegen des Einbruchs der Anzeigeneinnahmen, den die ganze Branche verzeichnet, alle Geschäftsbereiche auf den Prüfstand gestellt. Dazu zählt offenbar auch das Radiogeschäft. Wie ein Sprecher der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) bestätigte, hat die FAZ der für die Radiofrequenzvergabe in Bayern zuständigen Behörde mitgeteilt, ihr FAZ Businessradio in München zum 31. Oktober schließen zu wollen. Die BLM hat die Frequenz nun dem Burda-Verlag angeboten, der sich vor gut einem Jahr mit seiner Marke "Focus" um die Frequenz beworben hatte. Der Verlag habe entgegnet, er werde das zunächst prüfen, sagte der BLM-Sprecher.

Im November 2000 gestartet

Die FAZ hatte das Informationsradio im November 2000 gestartet und außer in München noch in Berlin und Frankfurt Sender etabliert. Die Zukunft der beiden übrigen Standorte bleibt ungewiss. Medienberichten zufolge sucht die FAZ GmbH auch für ihre Verlagstochter Deutsche Verlagsanstalt (DVA) und weitere Beteiligungen einen Käufer. Der Sprecher lehnte am Dienstag eine Stellungnahme zu diesen Themen ab.(APA/Reuters)

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