Israelischer Verteidigungsminister für Rückzug der Armee aus dem Gaza-Streifen

14. Oktober 2002, 12:36
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Ben-Eliezer lehnt jedoch Gespräche mit Arafat ab

Paris - Der israelische Verteidigungsminister und Chef der Arbeiterpartei, Benjamin Ben-Eliezer, hat sich für einen dauerhaften Rückzug seiner Armee aus dem Gaza-Streifen ausgesprochen, zugleich aber Verhandlungen mit dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat abgelehnt. Die israelische Regierung müsse den Palästinensern eine politische Perspektive bieten, sagte der Vorsitzende der Arbeiterpartei der konservativen Pariser Tageszeitung "Le Figaro" vom Montag. Arafat solle dabei beiseite gelassen werden; er sei "ein Mann der Vergangenheit".

In der französischen Hauptstadt wollte Ben-Eliezer im Laufe des Tages mit seiner Ressortkollegin Michele Alliot-Marie und Außenminister Dominique de Villepin zusammentreffen. Bei seiner Rückkehr nach Israel werde er neue Gespräche mit den Palästinensern in die Wege leiten, kündigte Ben-Eliezer im "Figaro" an. Der aufgezeigte politische Horizont werde alle ermutigen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren - "außer Arafat, weil der ihn nicht akzeptieren wird". Auch die Europäer sollten mit den Palästinensern reden, aber nicht ihre Zeit mit Arafat "vergeuden", forderte der israelische Verteidigungsminister. Dem Palästinenserchef könne man nicht mehr glauben.

Aus seiner Sicht gebe es nur zwei Möglichkeiten für Israel, betonte Ben Eliezer: "Wir ziehen uns aus Gaza zurück - oder wir gehen hinein." Ein größeres Vorrücken könnte aber die "Hölle" bedeuten; schließlich würde die israelische Armee dorthin "nicht zum Kaffeetrinken" gehen, sondern um die "Infrastruktur des Terrors zu zerstören". Er selbst sei für einen Rückzug und habe dies auch Arafats Sicherheitsberater Mohammed Dahlan gesagt. Im Gegenzug müssten die palästinensischen Behörden die Sicherheit aller Bürger garantieren, sagte Ben-Eliezer. (APA/AFP)

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