Kirche will Aufklärung selbst in die Hand nehmen

15. Oktober 2002, 14:31
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Katholischer Familienbischof Küng überlegt eigene "Sexbroschüre" für Jugendliche - "Es besteht Handlungsbedarf"

Wien - Die katholische Kirche überlegt die Herausgabe einer eigenen "Sexbroschüre" für Jugendliche. Familienbischof Klaus Küng erklärte am Montag gegenüber kath.net, "in der Tat besteht diesbezüglich Handlungsbedarf. Es wurde in den letzten Jahren schon manch Gutes verfasst, aber es fehlt - das ist mein Eindruck - eine gute Broschüre, die jugendgemäß geschrieben und zugleich inhaltlich solide ist."

Vor allem aber brauche es "eine intensive Schulung der Eltern, damit sie ihre Kinder altersgemäß, in geeigneter Form und allen anderen 'Aufklärern' zuvorkommend in die Geheimnisse des Lebens und der Liebe einführen", so Küng. "Dies ist der beste Weg, aber auch in Pfarre und Schule sind Bemühungen zu einer ganzheitlichen Sexualerziehung durch geschulte Personen nötig."

Die im heurigen Sommer vom Sozialministerium veröffentlichte Aufklärungsbroschüre "Love, Sex und so ..." ist auf scharfe Kritik seitens der Kirche gestoßen. Bischof Küng hatte in einem offenen Brief an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) sogar die Vernichtung der Broschüren gefordert. Der zuständige Sozialminister Herbert Haupt (F) verteidigte die Broschüre. Die Neuauflage sei nötig geworden, weil eine erstmals 1994 aufgelegte Aufklärungsbroschüre nun vergriffen sei. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Sexualberatung seien ausgehend von den Fragen der Jugendlichen Informationen über psychische und körperliche Veränderungen, Gesundheit etc. aufgearbeitet worden. (APA)

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    Bischof Küng will eine Sex-Broschüre herausbringen

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