Airbus verpasst EasyJet Flügel

14. Oktober 2002, 19:30
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Kauf von 240 Jets ist weiterer Schritt, um Boeing zu überholen - Branche munkelt von bis zu 45 Prozent Rabatt

London - Europas größte Billigfluglinie, EasyJet, will in den kommenden Jahren 240 neue Airbus-Flugzeuge kaufen und in ihre bisher ausschließlich aus Boeing-Jets bestehende Flotte aufnehmen. Nach Ansicht von Branchenexperten ist dieser Auftrag für Airbus ein weiterer Schritt, um Boeing als Marktführer bei Zivilflugzeugen abzulösen.

Auswirkungen

In der Regel binden sich insbesondere Billigflieger an einen Flugzeugtyp - derzeit überwiegend Boeing 737 - um Wartungs- und Schulungskosten möglichst gering zu halten. Bisher flogen EasyJet sowie die zweitgrößte europäischen Billiglinie, Ryanair, nur mit Maschinen von Boeing. Unter den US-Billigfliegern konnte Airbus nur bei JetBlue seine A320 absetzen. Die Auswirkungen des jetzigen Deals würden "weit über den EasyJet-Abschluss hinausgehen", kommentierte eine Analyst. Boeing soll seine Produktion ein Jahr länger als geplant - bis 2004 - gedrosselt haben.

Rabatt

EasyJet orderte 120 Maschinen des Typs A319 und sicherte sich eine Option für 120 weitere Flieger. Durch "substanzielle Hilfe bei Einführung und Wartung" seitens Airbus würden die Kosten pro Flugzeug zehn Prozent unter denen von Boeing-Maschinen liegen, teilte EasyJet mit. Finanzielle Details wurden jedoch nicht genannt. Gemäß Listenpreis hätte die Vereinbarung einen Wert von 6,3 Mrd. Euro; in der Branche wird geschätzt, dass Airbus bis zu 45 Prozent Rabatt gewährt hat. (Reuters, red, DER STANDARD, Printausgabe 15.10.2002)

  • Vergab den bisher größten Auftrag eines Billigfliegers: Die britische EasyJet.
    foto: reuers/ho

    Vergab den bisher größten Auftrag eines Billigfliegers: Die britische EasyJet.

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