Deutscher Mobilfunkneuling Quam am Ende

15. Oktober 2002, 12:50
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Geschäftsbetrieb wird zum 15. November eingestellt - Unternehmen will UMTS-Lizenz behalten

Der deutsche Mobilfunkanbieter Quam ist nach Milliardeninvestitionen am Ende. Der Geschäftsbetrieb werde zum 15. November eingestellt, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Den 200.000 Kunden werde empfohlen, zum Marktführer T-Mobile zu wechseln. Die UMTS-Lizenz will das Unternehmen behalten. Derzeit hat Quam noch etwa 250 von einst 900 Beschäftigten unter Vertrag. Der Großteil von ihnen soll das Unternehmen bis Ende des Monats verlassen. Deutlich weniger als 50 Mitarbeiter sollen die UMTS-Lizenz verwalten.

Tochter des spanischen Telefonica- Konzerns

Quam ist eine mehrheitlich Tochter des spanischen Telefonica- Konzerns. Die finnische Sonera ist mit knapp 43 Prozent beteiligt. Vor zwei Jahren hatte das Konsortium neben D1, D2 Vodafone, E-Plus, Viag Interkom und MobilCom für mehr als acht Mrd. Euro eine UMTS- Lizenz ersteigert. Quam nutzte zunächst das GSM-Handynetz von E-Plus und wollte sich damit einen Kundenstamm für das UMTS-Zeitalter sichern. Im Juli legte das Unternehmen das Geschäft wegen der hohen Kosten und der schwachen Resonanz bereits auf Eis und warb keine neuen Kunden mehr.

Erklärungen

In den nächsten Tagen will Quam seinen Kunden in einem Brief die Situation erklären. T-Mobile mit seinem Netz D1 bietet wechselwilligen Quam-Kunden bis zum 15. November ein Startguthaben. Zudem müssen sie keinen Anschlusspreis bezahlen. Ihre Telefonnummer können die Quam-Nutzer allerdings nicht behalten.

50.000 Euro sowie einen Prämie für jeden Kunden

Die "Financial Times Deutschland" hatte am Vortag berichtet, dass T-Mobile für die Wechselempfehlung einen einmaligen Preis von 50.000 Euro sowie einen Prämie für jeden Kunden an Quam zahle, der wechselt. Den Kunden werde T-Mobile je nach Umsatz bis zu 120 Euro Gesprächsguthaben bieten. (APA/dpa)

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