Gutes Geld auch in schlechten Zeiten

13. Oktober 2002, 21:32
2 Postings

Mit einer breiten Streuung lässt sich auch in tristen Börsenzeiten gutes Geld verdienen, beweist die Quadriga Hedge-Fund-Gruppe

Wien - Christian Baha prognostizierte im Dezember des Vorjahres eine Halbierung des Deutschen Aktienindex (Dax) innerhalb Jahresfrist von 4000 auf 2000 Punkte. Für seine Fonds erwartete der Gründer und Chef der Quadriga Hedge-Fund-Gruppe dagegen einen Wertzuwachs um 30 bis 50 Prozent. Anfang Oktober stand der Dax bei 2700. Der Quadriga-Genussschein legte dagegen heuer bereits 47,1 Prozent zu, der Quadriga GCT Fund, der auf US-Dollar lautet, sogar 74,7 Prozent. Inzwischen sind rund 11.000 Anleger mit 360 Mio. Euro in die Quadriga-Fonds investiert.

Wie macht das Quadriga? Zunächst einmal damit, dass weniger als ein Fünftel der Veranlagungen am Aktienmarkt basieren. Das Veranlagungsmodell beruht auf einer breiten Streuung zwischen diversen Finanz- und Warenmärkten. Und zwar, wie es dem Hedgefund-Konzept entspricht, entweder "Long" oder "Short", wie gerade der Trend läuft. Dabei kommen die derzeit starken Marktschwankungen dem Modell sehr zugute. Über 100 einzelne Märkte werden kontinuierlich mit computerisierten Trendfolgemodellen beobachtet.

Bahas Erfahrung: "Alle Märkte bilden irgendwann einen Trend aus." Für dieses "Irgendwann" muss man freilich Geduld haben. "Jahrelang war mit Gold nichts los, dann ist plötzlich der Preis in kurzer Zeit um 40 Dollar gestiegen." Seine Fonds waren dabei.

Die zweite Stärke der Quadriga-Fonds liegt im automatisierten Handelssystem. Erkennt das Programm einen Trend, erfolgt die Veranlagung automatisch. Ebenso die Reduktion oder Auflösung der Positionen, wenn sich Änderungen abzeichnen oder das Risiko einzelner Positionen zu hoch wird.

Das spezielle Erfolgsgeheimnis liegt im Handelsprogramm - und da lässt sich Baha nicht in die Karten, besser gesagt ins Programm schauen. Wer nun glaubt, damit seien Rückschläge ausgeschlossen, irrt. Auch Quadriga blieb von Verlusten nicht verschont. Aber das war relativ, denn der maximale Rückgang beim Genussschein seit Handelsbeginn im März 1996 machte 20 Prozent aus, der durchschnittliche jährliche Zuwachs aber 33,25 Prozent.

Quadriga ist keineswegs alleine auf der Erfolgsstraße. In einer von der Firma Merit veröffentlichten Reihung nach Jahresperformance per Ende August liegen die Hasenbichler DRC AG mit +22,2 Prozent, der FTC Future Fund (+15,1 Prozent), der SMN Diversified Futures Fund (+15 Prozent) sowie der Thesis Futures (+12,3 Prozent) mit zweistelligen Prozentsätzen im Plus.

Zwar sagen alle Hedgefund-Manager, einen brauchbaren Vergleichsmaßstab für ihre Arbeit gäbe es nicht. Trotzdem wird immer wieder der Zurich Trading Adviser Qualified Index als Benchmark herangezogen. Der schaffte heuer bis Ende August allerdings "nur" 10,48 Prozent. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 14.10.2002)

Von Nikolaus Dolenz
  • Artikelbild
    montage: derstandard.at
Share if you care.