EU: Schärfere Inforegeln verschoben

13. Oktober 2002, 21:09
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Erst Anfang 2003 soll es für börsenotierte Unternehmen ernst werden

Brüssel - Die EU-Kommission will erst Anfang kommenden Jahres schärfere Regeln zur Informationspflicht börsenotierter Unternehmen vorschlagen, teilten Kommissionsvertreter am Wochenende mit. Die bereits für Jahresende erwarteten neuen Bestimmungen sollen nach den Bilanzskandalen um die US-Unternehmen Enron und Worldcom die Transparenz für Investoren stärken.

So solle etwa die Berichterstattung börsennotierter Unternehmen über größere Änderungen der Besitzverhältnisse verbessert werden. EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein wies Kritik zurück, dass die beabsichtigen obligatorischen Quartalsberichte zu kurzsichtigem Denken bei Unternehmenschefs und Anlegern führten.

Für Unternehmen, die Schuldtitel begeben, soll es voraussichtlich eine Pflicht zur halbjährlichen Berichterstattung geben. Nach dem Kommissionsentwurf müssen größere Unternehmen ausführlich Rechenschaft über ihre Geschäftsentwicklung ablegen. Firmen mit einem Umsatz unter 25 Mio. Euro hingegen müssen nur Nettoumsatz und Vorsteuerergebnis offen legen. Gestärkt werden sollen auch die Rechte von Aktionären, etwa durch Stimmausübung per E-Mail oder Internet. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 14.10.2002)

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