"Rechte Flanke" der VP abdecken

13. Oktober 2002, 20:59
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Bundesrat Liechtenstein will in den Nationalrat wechseln

Wien/Graz - Am rechten Rand der ÖVP formiert sich eine kleine Gruppe um den steirischen Kaiserenkel Vinzenz Liechtenstein. Die Motivation hinter der konservativen Bewegung, die von adeligen Kreisen unterstützt wird: Der ÖVP-Bundesrat und Leiter der steirischen Delegation in Wien, Liechtenstein, soll als Repräsentant eines rechtsliberalen und wertkonservativen Flügels für die ÖVP in den Nationalrat wechseln. Liechtenstein sollte "die rechte Flanke" der ÖVP abdecken und jene Wähler, die von der ÖVP zur FPÖ übergelaufen sind, wieder zurückholen.

Liechtenstein wäre dazu bereit: "Ich glaube, es wäre sehr wichtig, dieses Spektrum in der ÖVP besser abzudecken. Wir müssen die ÖVP auch für diese Gruppierungen wieder attraktiv machen." Liechtenstein rechnet mit "mehreren Hunderttausend" potenziellen Wählern, die in dem von der ÖVP bisher eher vernachlässigten christlich-wertkonservativen Lager zu holen wären. Dieses Wählersegment könnte womöglich wahlentscheidend sein, glaubt er.

Für Liechtenstein haben in den letzten Wochen etliche Fürsprecher bei ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel und der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic angeklopft: Gerhard Zeihsel, Chef der Sudetendeutschen Landmannschaft, der Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft Adi Eber sowie etliche Repräsentanten konservativ-christlicher Vereinigungen. Starke Unterstützung kommt auch vom ehemaligen Sprecher der Christlich Sozialen Allianz (CSA), Carl Albrecht Waldstein.

Der Forstbesitzer Liechtenstein glaubt aber auch weite Kreise der Wirtschaft, Industrie und Landwirtschaft hinter sich zu wissen. Der VP-Politiker im Gespräch mit dem STANDARD: "Ich glaube, wir sollten uns ein Beispiel an der CSU nehmen, die vermittelt hat, dass rechts von ihr kein Platz mehr sein darf. Und so soll künftig auch rechts von der ÖVP kein Platz mehr für andere Parteien sein. Wir müssen es unmöglich machen, dass so jemand wie Jörg Haider und seine FPÖ noch einmal in Österreich so ein Gewicht bekommen können." (Walter Müller/DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2002)

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