"Echo Klassik"-Preise vergeben

13. Oktober 2002, 20:50
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Angela Gheorghiu und Marcelo Alvarez zu den Stimmen des Jahres gekürt

Frankfurt/Main - Mit einer feierlichen Benefizgala sind am Sonntag in der Frankfurter Alten Oper die Preisträger des "Echo Klassik 2002" der Deutschen Phono-Akademie geehrt worden. Der Pianist Maurizio Pollini wurde in Abwesenheit für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Sängerin des Jahres wurde die rumänische Sopranistin Angela Gheorghiu. Bester Sänger ist bereits zum zweiten Mal der argentinische Tenor Marcelo Alvarez. Insgesamt wurden "Echo"-Preise in 20 Kategorien vergeben.

Kategorien-Sieger

Als beste Instrumentalisten erhielten der Pianist Evgeny Kissin, die Flötistin Sharon Bezaly, der Trompeter Sergei Nakariakov, die Geigerin Hilary Hahn und der Cellist Jan Vogler eine Auszeichnung. Als Dirigent wurde Claudio Abbado geehrt. In der Kategorie "Klassik ohne Grenzen" für Einspielungen, die Klassik mit anderen Stilrichtungen zusammenführen, erhielten der Cellist Yo-Yo Ma, das Blechbläser-Ensemble Blechschaden und die Celtic Tenors je einen "Echo"-Preis.

Die 14-jährige Geigerin Chloe Hanslip wurde zur Nachwuchskünstlerin des Jahres gekürt. Einen Sonderpreis für musikalische Nachwuchsförderung erhielt die Bertelsmann-Stiftung. Für die besten Solo-Einspielungen gingen Preise unter anderem an die türkischen Schwestern Ferhan und Ferzan Önder für ihre Version von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" auf zwei Klavieren. Für die Konzerteinspielung des Jahres wurde unter anderem Murray Perahia für seine Bach-Klavierkonzerte geehrt. Als Bestes Ensemble bzw. Orchester wurden das Palast Orchester unter Max Raabe sowie das Venice Baroque Orchestra geehrt.

Laudatoren-Premiere

Die Schauspielerin Senta Berger moderierte die Gala. Erstmals traten in diesem Jahr Laudatoren auf, unter ihnen die Moderatorin Nina Ruge und der Regisseur Dieter Wedel. Der britische Geiger Nigel Kennedy eröffnete die Verleihung mit einem Stück von Fritz Kreisler und nahm seine Auszeichnung als "Ambassador of Music" entgegen. Auch andere Preisträger bedankten sich bei den rund 1700 Zuschauern mit einer Kostprobe ihres Könnens. Das Frankfurter Museumsorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Paolo Carignani begleitete die Künstler. Der Erlös der Gala geht traditionell an die Stiftung Frauenkirche in Dresden. Außerdem soll in diesem Jahr die Restaurierung von Baudenkmälern unterstützt werden, die durch die Elbe-Flut im Sommer beschädigt wurden.

Der "Echo Klassik"- Schallplattenpreis wird seit 1994 vergeben. Er soll den "kulturellen Stellenwert der klassischen Musik dokumentieren und ihre Beliebtheit weiter erhöhen", wie es in der Ausschreibung heißt. (APA/dpa)

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