Floor-Fonds zum Schutz des Kapitals

13. Oktober 2002, 23:11
1 Posting

Sicherheitskonzepte sind gefragt, Vontobel freut sich über die Performance

Wien - Bewahren statt Gewinnmaximieren steht nach zweieinhalb Jahren Börsenbaisse mit weiter negativem Ausblick im Fokus der Investoren. Der Anlegerwunsch, wenigstens kein Geld mehr zu verlieren und eine gute Chance auf Nettorenditen über dem Niveau marktüblicher Sparbuchzinsen zu erwirtschaften, lassen Garantieprodukte boomen. Ein ausgeklügelteres System für die Werterhaltung sind allerdings kapitalgeschützte Fonds. Im Gegensatz zu den etwas simpleren Garantieprodukten partizipieren sie schneller und stärker an Kursgewinnen, sind jederzeit verkaufbar und haben ein Sicherheitskonzept, den "Floor", das mitwächst und nicht bloß auf der Höhe des eingesetzten Kapitals stecken bleibt.

Ein Pionier dieser Floor-Fonds ist das Bankhaus Vontobel, dessen Kapitalschutz-Fonds (WKN 76437) die Mitbewerber um zehn Prozent outperformen konnte. Das sei hauptsächlich auf die "Kostendisziplin" im Management zurückzuführen, erklärt Vontobel-Österreich-Chef Wolfgang Matejka. Die laufenden Spesen des Produktes liegen bei etwa einem Prozent. Erhältlich ist der Fonds über alle heimischen Banken, er eignet sich zum regelmäßigen Fondssparen und zum Einmalerlag.

Mechanismus

Der Mechanismus funktioniert so: Zugrunde liegt der Floor, der bei 90 Prozent ansetzt. Er besteht aus Anlagen im Geldmarkt mit Laufzeiten von einem Jahr. Um am Kursplus der Aktienbörsen zu partizipieren, werden Indexzertifikate und Futures eingesetzt. Der dort eingefahrene Gewinn wird dem Floor zugerechnet, also sofort "eingeloggt", der damit wächst. Was dort drinnen ist, kann nicht mehr verloren werden. Andere Floor-Fonds arbeiten für den Risikoanteil mit Optionen. Das ist für Vontobel "zu teuer", denn: Je schwankungsfreudiger die Märkte, desto teurer die Optionen. Das schlägt sich schließlich wieder auf die Nettoperformance negativ nieder.

"Deswegen ist ein solches Produkt ideal für den derzeitigen Markt", so Matejka. Dass es sich bei diesen Kapitalschutzfonds um kurzfristige Modeerscheinungen handelt, glaubt Vontobel nicht. Das Thema Sicherheit werde die Kapitalmärkte noch für eine lange Zeit dominieren. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe 14.10.2002)

Share if you care.